MinD-Akademie 2017

Experimente

MA-Beiträge

Programm

In den nächsten Wochen folgen weitere Programmpunkte der MinD-Akademie 2017.

Dr. Markus Gyger Vortrag
Humor ist eine ernste Angelegenheit – Witze und Humor in Vorträgen

Witze in einen Vortrag einbauen? Was bei der Hochzeitsrede erwartet wird, ist bei der Promotionsverteidigung ein gewagtes Experiment. Es kommt also darauf an… Aber worauf kommt es an? Was finden wir witzig? Wie baue ich einen guten Witz auf? Soll man Humor gezielt einsetzen, um Inhalte zu transportieren und wenn ja, wie geht das? Der Vortrag gibt Einblicke und praktische Hinweise aus unterschiedlichen Blickwinkeln: aus der Psychologie, dem Improtheater und eigenen Erfahrungen des Referenten.

Lydia Benecke Vortrag
PsychopathINNEN - Die weibliche Psychologie des Bösen

Was macht weibliche Psychopathen aus? Wieviel Realität steckt in der Darstellung einer Psychopathin im Film „Basic Instinct“? Was unterscheidet Psychopathinnen von ihren männlichen „Artgenossen“? Kann man sie erkennen? In diesem Vortrag werden anhand realer Fälle die typischen Eigenschaften und Strategien psychopathischer Straftäterinnen erklärt. Serienmörderinnen, die Fremde, Verwandte und sogar die eigenen Kinder töteten - ohne die geringsten Gewissensbisse. Was geht in solchen Frauen vor? Wie werden sie zu dem, was sie sind?

Dr. Wolfgang Lührsen Vortrag
Können wir uns Wachstum noch leisten?

"...human beings are now carrying out a large-scale geophysical experiment ... Within a few centuries we are returning to the atmosphere and oceans the concentrated organic carbon stored in sedimentary rocks over hundreds of millions of years." Das schrieb der US-Ozenograph Roger Revelle schon im Jahre 1957. Die Auswirkungen dieses Experiments sind heute als Klimawandel für jedermann sichtbar. Das Wachstumsparadigma ist der wesentliche Grund für diese Entwicklung. Der Vortrag beginnt mit einer Beschreibung des Zustands der Welt aus ökologischer Sicht. Es werden dann diverse Gründe genannt, warum Wachstum so nicht weitergehen kann. Einen breiten Raum nimmt die Diskussion ein, warum wir (Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik) trotz der negativen Auswirkungen an der Wachstumsstrategie festhalten. Schließlich wird eine Idee erläutert, wie die Weichen in Richtung einer nachhaltigen Welt gestellt werden können. Insbesondere zum letzten Punkt erhoffe ich mir eine intensive Diskussion.

Annette Bresser Vortrag
Experiment Kind: Die Wirklichkeit ist faszinierender als die Theorie!

Gerald Hüther sagt: "Das Einfache ist kompliziert geworden. Alles muss Sinn machen oder einen Zweck haben, unser Dasein mutiert zur Analyse." Um den Menschen nicht auf einen reinen Datensatz zu degradieren, müssen wir hinterfragen, was bisher selbstverständlich schien. In meinem Vortrag möchte ich die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte setzen: Kinder - auf was lassen wir uns ein? Wie unterstützen Eltern ihre HB-Kinder in ihrem "anders sein"? Wie sieht es mit der Eigenwahrnehmung in Bezug zur Fremdwahrnehmung aus? Ich möchte Ihnen Mut machen, neue Perspektiven zu wagen. Wenn man etwas von einer anderen Seite betrachtet, sieht man meist auch etwas anderes. Vorsicht, es könnte sein, dass der Vortrag Ihr bisheriges Bild vom "Experiment Kind" verändert. "Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben." Antoine de Saint-Exupéry

PD Dr. Thomas Riesenweber Vortrag
Was heißt und zu welchem Ende treibt man Editionsphilologie? Einblicke und Ausblicke eines in Vergessenheit geratenen Handwerks

Die Klassische Philologie arbeitet mit Texten, die nur deshalb erhalten geblieben sind, weil sie zwischen ca. 700 v.Chr. und 1500 n.Chr. immer wieder handschriftlich kopiert wurden. Die Abschriften, die wir heute noch besitzen, sind also nicht nur viele Jahrhunderte vom Original entfernt, sie sind auch nur die Kopie der Kopie der Kopie der Kopie... Da bei jedem Abschreibevorgang neue Fehler entstehen, weisen die erhaltenen Handschriften z.T. große Divergenzen im Wortlaut und Textbestand auf. Der Vortrag will in die sogenannte Lachmannsche Methode einführen, mit der man sich dem verlorenen Original annähern kann, und anhand eines Beispiels ihre praktische Anwendung demonstrieren. Dabei soll gezeigt werden, wie man aus 60 erhaltenen Handschriften den Text eines spätantiken Cicero-Kommentars rekonstruieren kann, ohne zu verschweigen, welche Grenzen diesem Verfahren gesetzt sind. Am Ende soll ein kleiner Ausblick versucht werden, welche Hilfe vom technischen Fortschritt zu erwarten ist.

Andreas Klik Vortrag
Salsa tanzen!

Wir lernen und tanzen Salsa, und zwar den beliebten L.A./N.Y. Style! Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis!

Andreas Klik Vortrag
Magische Experimente

In diesem Workshop geht es um Wahrnehmung, Fehlschlüsse und kognitive Dissonanzen. Die Teilnehmer erlernen verschiedene klassische Manipulationsmethoden der Close up-Zauberkunst und vertiefen sie individuell. Sporadisch eingestreute Experimente werden dabei nicht ausbleiben. Nach dem Workshop können wir kleine Dinge verschwinden lassen und uns Freidrinks an der Bar erzaubern.

Dr. Thomas Heichele Vortrag
Experimente auf dem Papier - Leonardo da Vincis Methode, die Welt zu erklären

Leonardo da Vinci (1452-1519) war nicht nur einer der bedeutendsten Künstler aller Zeiten und ein visionärer Ingenieur, sondern auch und insbesondere ein herausragender Naturphilosoph und Naturwissenschaftler. Seiner eigenen Intention nach hatten weite Teile seiner Arbeit den Anspruch, durch unterschiedliche Formen der Technik Wissen über die Welt zu generieren und die allem zugrunde liegenden Naturprinzipien aufzudecken. Der Vortrag hat zum Ziel, unter besonderer Berücksichtigung der Zeichnung als Erkenntnisinstrument zentrale Elemente seines technischen und wissenschaftlichen Wirkens vorzustellen und die dafür notwendigen erkenntnistheoretischen und metaphysischen Grundannahmen offenzulegen. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Rolle des die Naturnotwendigkeiten enthüllenden Experiments gelegt, das bei Leonardo von bedeutenden theoretischen Annahmen begleitet wird und im Akt des Zu-Papier-Bringens seinen Höhepunkt findet.

Stefan (Cue) Wladarsch Vortrag
Frei improvisierte Musik

Eines der interessantesten Experimente, an denen ich teilnehmen durfte, war der Workshop „Freie Improvisation“ mit Jim Dvorak (1990). Wir standen zum Abschluss auf der Bühne und die Vorgabe war, dass es ca. 10 min dauert. Wir lauschten, wie wir es geübt hatten, „in uns“. Auf einmal spürte ich: der Bass muss anfangen und praktisch im selben Moment begann er zu spielen. Jetzt das Schlagzeug, da war es. Und so ging es über 10 min lang weiter… Das werden wir in einem so kurzen Workshop nicht hin kriegen, aber den Versuchsaufbau können wir nachvollziehen. Dazu brauchen wir nicht einmal Instrumente, die Stimme und der eigene Körper (Stichwort Bodypercussion) reichen aus. Neben Jims Übungen werden wir Afrikanische Polyrhythmik und Übungen aus dem Impro-Theater kennen lernen.

Armin Maiwald Vortrag
Experimente

Zusammen mit Siegfried Mohrhof und Gert K. Müntefering vom WDR entwickelte Armin Maiwald 1968 das Format der „Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger“, aus dem dann 1971 die „Sendung mit der Maus“ wurde. Seit einem Zufall, der sich 1973 ereignete, erzählt Armin Maiwald die Sachgeschichten als Sprecher selbst, mittlerweile also seit über 40 Jahren.

Christina Zejewski Vortrag
Usbekistan finden

„Nach Usbekistan? Das ist ein Land?“, war nicht selten die Reaktion, wenn ich erklärte, dass ich wegen eines Praktikums nicht zur MinD-Akademie 2016 kommen könnte. In keinem Land außerhalb Europas lernen so viele Menschen Deutsch wie in Usbekistan. Andererseits weiß kaum ein Deutscher, wo Usbekistan eigentlich liegt. Nicht nur die Geographie, sondern auch Fakten zu und Anekdoten aus dem usbekischen Alltagsleben, der Heiratspolitik, dem Bildungssystem und der Geschichte und Infrastruktur setzten das Bild eines jungen Staates zusammen, der noch dabei ist, zu sich selbst zu finden. Der Vortrag lädt die Anwesenden zu dem Versuch ein, sich selbst im Gewirr fremdländischer Namen, Zahlen und Bräuche zurechtzufinden und in 45 Minuten eine völlig andere Kultur mit möglichst vielen Sinnen zu erfassen. Geklärt werden ernstere Fragen, z. B. was junge Mädchen dazu bewegt, sich bereitwillig an völlig Fremde verheiraten zu lassen, aber auch praktische Überlegungen wie: Kann ich usbekisch tanzen?

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler Vortrag
Wie man verbotene Experimente mit Daten macht und sich dabei nicht erwischen lässt

Daten umgeben uns. Sie sind sehr nützlich, sie können zutreffende Informationen enthalten oder verfälscht sein, sie erleichtern uns das Leben und gefährden unsere Privatsphäre. Mit Daten kann man experimentieren. Das kann zu spannenden Erkenntnissen über Menschen, Maschinen, Gesellschaften, Staaten oder Unternehmen führen, es kann mühsam, gefährlich oder sogar verboten sein. Aber was tut man nicht alles, um seine Neugierde zu befrieden?! Intelligentes Vorgehen ist oberstes Gebot, das heißt: Lasst Euch nicht erwischen!

Simon Harhues Vortrag
Experiment Gemeinschaft – Zukunftswerkstatt Tempelhof

Die zwischen Stuttgart und Nürnberg liegende Gemeinschaft Schloss Tempelhof wurde 2010 gegründet und sieht sich mit ihren 140 dort wohnenden Menschen als ein Experiment für die Gesellschaft der Zukunft. Auf dem 32 Hektar großen Gelände gibt es mehrere Einrichtungen, wie beispielsweise eine solidarische Landwirtschaft, freie Schule, Großküche, Turnhalle, Seminarhaus, Café und Kantine. Die Gemeinschaft fällt wichtige Entscheidungen basisdemokratisch in einem sechsstufigen Konsensprinzip, zur Gemeinschaftsentwicklung wird vorwiegend der Wir-Prozess nach Scott Peck eingesetzt. Der Vortrag beschreibt die noch junge Geschichte der Gemeinschaft, erläutert ihre Vision und Werte, verschafft einen Überblick über die Struktur und verschiedenen Bereiche der Gemeinschaft und gibt nicht zuletzt einen ganz persönlichen Einblick in das Leben am Tempelhof.

Dr. Frank Schröder Vortrag
Das größte Experiment der Welt für die höchsten Energien des Universums

Wie erzeugt die Natur kosmische Teilchen mit sehr viel größeren Energien, als mit aktuellen technischen Möglichkeiten erreichbar sind? Um diese Frage zu beantworten, sind riesige Messinstrumente nötig, weil die höchst energetischen Teilchen äußerst selten sind. Das weltgrößte Experiment der Astroteilchenphysik ist das Pierre-Auger-Observatorium in der argentinischen Pampa Amarilla. Auf 3000 km² Fläche werden dort mit etwa 2000 speziellen Detektoren verschiedener Art die kosmischen Teilchen vermessen, um den natürlichen Teilchenbeschleunigern im Universum auf die Spur zu kommen. Deren Maximalenergie ist mehr als zehn Millionen mal höher als die des CERN. Wie misst man so gewaltige Energien? Was wissen wir bereits über die kosmische Strahlung? Und wie wollen wir durch verbesserte Messtechnik das Rätsel ihrer Herkunft lösen? Der Vortrag bietet einen Einblick aus erster Hand in den aktuellen Stand der Forschung.

Dr. Andrea Herrmann Vortrag
Technik-Ethik

Mit einem Messer kann man Hungrigen ein Stück Brot abschneiden, aber auch einen Mord begehen. Künstliche Intelligenz jedoch ist kein passives Werkzeug, sondern trifft selbst Entscheidungen. Wie jedoch entwirft man ein ethisch korrektes technisches System (Maschine, Software, Roboter)? Wie bringt man künstlicher Intelligenz Ethik bei bzw. wie simuliert man ethisches Verhalten? Und welche Folgen hat die Entwicklung einer Superintelligenz, d.h. einer künstlichen Intelligenz, die den Menschen übertrifft? Diese Fragen zwingen uns, bei der Diskussion über Ethik ganz, ganz konkret zu werden. Mit dem üblichen "Ethik ist doch eigentlich relativ" können wir uns hier nicht zufrieden geben. In diesem Vortrag stelle ich verschiedene ethische Ansätze vor sowie technische Möglichkeiten, einer künstlichen Intelligenz Ethik beizubringen. Anhand konkreter Beispiele zeige ich die Vor- und Nachteile dieser Techniken auf. Als Zukunftvision diskutiere ich noch die Folgen einer Superintelligenz.

Dr. Kurt Fuchs Vortrag
Recht als Experiment

Wie entsteht Recht? Das Grundgesetz regelt, wer zu welchen Themen Recht setzen kann. Zum Entstehungsprozess des Rechts enthält es dagegen kaum Regelungen. Der Bundestag hat in seiner Geschäftsordnung das Verfahren zum Erlass von Gesetzen näher geregelt, aber nur in sehr formeller Form. In einer idealen Welt würden von den Verantwortlichen, also der Regierung oder den Parlamentariern ein Problem identifiziert und mögliche Optionen zu dessen Lösung diskutiert. Eine mögliche Lösung ist dann eventuell ein neues Gesetz. Dabei werden mögliche Auswirkungen des Gesetzes auf die Gesellschaft vorab analysiert, möglicherweise Experten angehört, falls Regierung und Parlament selbst nicht über die notwendige Fachkenntnis verfügen. Nach einigen Jahren schaut man dann, ob das Gesetz das Problem auch tatsächlich gelöst hat, und falls das nicht der Fall ist, wird erneut an einer Problemlösung gearbeitet. Die Realität sieht leider anders aus...

Dipl.-Psych.; PPT Frauke Niehues Vortrag
Gefühle lesen

Zielgruppe dieses Workshops sind Menschen, die grundlegende Schwierigkeiten haben, Gefühle beim Gegenüber zu erkennen. Wir erarbeiten, mit welcher Physiologie, Mimik und Körpersprache die einzelnen Gefühle einhergehen und üben, diese Signale zu erkennen. Um sich besser in den anderen hineinversetzen und sein Verhalten besser vorhersagen kann, wird außerdem erläutert, welchen Sinn die einzelnen Gefühle haben und mit welchen Handlungsimpulsen sie einhergehen.

Dipl.-Psych.; PPT Frauke Niehues Vortrag
Emotionsmanagement für Führungskräfte

Emotionen wirken sich in vielfältiger Hinsicht aus. Wissenschaftliche Studien belegen den Einfluss auf Gesundheit, Leistung, Kreativität, Entscheidungen und Erfolg in vielerlei Hinsicht. Deshalb ist es wichtig, Emotionen erkennen, verstehen und positiv beeinflussen zu können. Wie das geht, ist Thema des Vortrags. Zunächst wird praxisrelevantes Wissen über Emotionen und deren Logik auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand anschaulich erklärt. Im weiteren wird ein fundiertes Analyse- und Regulationsschema für Emotionen vorgestellt, mit dem man die Ursache und den Verlauf von Emotionen analysieren und ihre Auswirkungen vorhersagen kann. Vor dem Hintergrund der Analyse können effektive und passgenaue Lösungsstrategien entwickelt werden. Das Schema wird sowohl für den Einsatz für sich selbst als auch in Unternehmen dargestellt und anhand von Beispielen in beiden Bereichen erläutert. Es werden auch Anwendungsbereiche für Teamprozesse erklärt.