Mind-Akademie 2021

Wandel

Programm der Mind-Akademie 2021

Den Programmplan findest Du hier als PDF.

Neu auf der Akademie Sonstiges

23.09., 15:30 Uhr, Benz
Otmar Seckinger

Diese Veranstaltung ist für alle, die zum ersten Mal bei der Akademie sind. Neben einer Übersicht über wichtige Regeln und Verhaltensweisen soll es auch dazu dienen, sich mit anderen Teilnehmenden zu vernetzen. Es ist auch ein Ort um Fragen zu stellen und ggf. Ideen einzubringen.
Das Ganze wird sehr interaktiv Ablaufen und nur einen kleinen Teil Frontal-Vortrag beinhalten. (Hinweis: Je nach Anzahl kann es sein, dass dadurch auch Momente entstehen, wo es etwas lauter im Raum wird).

Zu Otmar Seckinger

Seit der ersten Akademie 2002 ist Otmar Seckinger in MHN in verschiedensten Rollen aktiv gewesen und immer wieder aktiv. Die Offenheit für neue Menschen und neue Ideen zeichnen ihn dabei besonders aus. Nach Medieninformatik und Psychologie studiert er gerade im Drittstudium Rechtswissenschaften. Beruflich ist er als Scrum Master und Projektleitung im Bereich der neuen Mobilität (Carsharing, Bikesharing, ÖV,...) unterwegs.

Pierre Schaeffer und Grandmaster Flash: Wie sich Klänge in Musik umwandeln Vortrag

23.09., 15:30 Uhr, Toulon (A030)
Misagh Azimi

„There is Music in Every Sound“ sagte 1841 der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau. Aber sind alle Klänge Musik? Aus der Sicht der Physik sind Klänge lediglich Schallwellen und die Wahrnehmung eines Klangs als „Musik“ beruht eher auf Psychologie und dem kulturellen und gesellschaftlichen Kontext.
Von Musique concrète und Kölner Schule bis zu Hip-Hop und heutiger Popmusik, seit Jahrzehnten und mittlerweile ganz selbstverständlich werden Rauschen, Sinustöne, Feldaufnahmen, Samples und alltägliche Klänge eingesetzt, wie es z.B. im musikalischen Empfinden des 19. Jahrhunderts kaum vorstellbar gewesen wäre. Physikalische Erkenntnisse und technischer Fortschritt haben unsere Vorstellung von Klang und Musik grundlegend verändert. Die zentrale Frage ist: Wann und wie wandeln sich Klänge in Musik um?

Zu Misagh Azimi

Der deutsch-iranische Komponist und Musikproduzent Misagh Azimi (*1988) studierte Integrative Komposition M.Mus. und Populäre Musik M.Mus. an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. Seine Video- und Musikkompositionen wurden im In- und Ausland auf verschiedenen Festivals dargeboten, Aufführungen u.a. an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, Stadttheater Osnabrück und University of Greenwich in London. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit erteilt er seit 2019 Unterricht zum Themenkomplex elektronische und digitale Medien für Performance und künstlerische Selbstdarstellung im digitalen Raum u.a. an der Folkwang-Universität der Künste und der Musikhochschule Saarbrücken.

Alles ändert sich und bleibt doch gleich - Erleben und Verhalten aus evolutionspsychologischer Sicht in Zeiten des Wandels Vortrag

23.09., 15:30 Uhr, Windsor (A309)
Prof. Dr. habil. Benjamin P. Lange

Die Evolutionspsychologie stellt eine aufstrebende Disziplin innerhalb der Human-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften dar. Sie erklärt menschliches Verhalten und Erleben aus selektionistischer Perspektive mit Blick auf die Phylogenese des Menschen im Pleistozän. Im Kern stehen die sog. ultimaten Ursachen, d. h. die Funktionen von Erleben und Verhalten für das Überleben und Reproduktion unserer Vorfahren. Bestimmte Erlebens- und Verhaltensweisen ließen diese überhaupt erst zu unseren Vorfahren; wir als deren Nachfahren verfügen – mittels genetischer Transmission – ebenfalls über die entsprechenden Merkmale.

Welche Bedeutung hat die Evolutionspsychologie für unser modernes Leben? Hat sich der Mensch nicht von der Steinzeit emanzipiert? Vor allem stellt sich die Frage, wie die Evolutionspsychologie, die universale menschliche Eigenschaften und deren Stabilität zu postulieren scheint, in Zeiten von Vielfalt und Wandel überhaupt helfen kann, uns als Menschen besser selbst zu verstehen.

Zu Prof. Dr. habil. Benjamin P. Lange

https://www.benjaminplange.de/vita/

Eingefroren am Nordpol - Expedition zum Epizentrum des Klimawandels Vortrag

23.09., 20:00 Uhr, Benz
Prof. Dr. Markus Rex

Es war die größte Artkisexpedition jemals. Im Oktober 2019 ließ sich der Forschungseisbrecher Polarstern fest in das arktische Meereis einfrieren, um nur mit der Kraft der natürlichen Eisdrift ein ganzes Jahr durch die zentrale Arktis zu driften. Unterstützt von sechs weiteren Schiffen sowie Flugzeugen und Hubschraubern ist dabei erstmals die direkte Umgebung des Norpols im Winter mit einem modernen Forschungseisbrecher erreicht worden. Trotz extremer Kälte, arktischen Stürmen, einer sich ständig verändernden Eislandschaft und den ungeahnten Herausforderungen durch die Corona-Pandemie erforschten sie den Nordpol genauer als je zuvor und erreichten bahnbrechende Beobachtungen der Klimaprozessen in der zentralen Arktis. Sie werden damit das Klimasystem besser verstehen und vorhersagen können. Projekt- und Expeditionsleiter Markus Rex berichtet vom dramatischen Klimawandel in der Arktis und gibt einen Einblick in den Ablauf und die ersten Ergebnisse dieser einzigartigen Expedition.

Zu Prof. Dr. Markus Rex

Prof. Dr. Markus Rex, Jahrgang 1966, ist ordentlicher Professor an der Universität Potsdam und leitet die Atmosphärenforschung am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Der gebürtige Braunschweiger studierte in an der Carolo-Wilhelmina-Universität Braunschweig und an der Georg-August-Universität Göttingen Physik, Geophysik und Meteorologie und legte 1993 sein Diplom in Physik ab. Nach der Promotion 1997 an der Freien Universität Berlin führten ihn berufliche Stationen an das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der National Aeronautics and Space Administration (NASA) und des California Institutes of Technology, an die University of Canterbury in Christchurch, Neuseeland und an das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam. Er habilitierte sich 2013 an der Universität Bremen und wurde für seine Arbeiten im Bereich der polaren Klimaforschung vielfach ausgezeichnet. Zurzeit leitet er das MOSAiC-Vorhaben, welches die größte Arktisexpedition jemals zum Mittelpunkt ha

Schafhaltung im 21. Jahrhundert - Historie & Zusammenhänge Vortrag

23.09., 20:00 Uhr, Toulon (A030)
Karin Hohrein

Schafe begleiten uns seit tausenden von Jahren und doch hat sich sehr viel geändert in den letzten 200 Jahren. Die Schafhaltung wird für die Schäfer immer schwieriger und doch sind sie für den Erhalt unserer Landschaften so wichtig. Von Deichen über Insekten bis zu den Almwiesen in den Alpen spielen sie wichtige Rollen und machen einen nachhaltigen Umweltschutz nebenbei auch effektiv. In Zeiten des Klimaschutzes lohnt es sich auch hier wieder regional zu denken. Schafswolle hat viele gute Eigenschaften und kommt ohne Plastik aus.
Es gibt ein paar innovative Unternehmen, die bereit waren mir Fühlproben zur Verfügung zu stellen, so dass ich im Anschluss an den Vortrag anbieten kann auszuprobieren, wie rauh einheimische Wolle wirklich ist. Alle Unternehmen produzieren regional.

Zu Karin Hohrein

Karin Hohrein ist Steuerfachangestellte und Betriebwirtin. Wolle begeistert sie seit sie 12 ist. Seit 2008 ist noch das Handspinnen von Wolle dazugekommen. Schnell keimt das Interesse für heimische Schafrassen und deren Verarbeitung auf. Durch Kontakte zu Schäfern dann die Erkenntnis, das einheimische Wolle kaum noch verwendet wird und die Beschäftigung mit den Ursachen und Wechselwirkungen. Meine Mission ist, dass dieser nachwachsende Rohstoff wieder mehr benutzt wird und damit auch unsere Landschaften erhalten und geschützt werden.

Icebreaker Sonstiges

23.09., 21:30 Uhr, Benz
Jürgen Gäb

Ganz neu und vor allem neugierig auf der Mind-Akademie? Oder schon „alter Hase“, aber gespannt, wer neu dazugekommen ist? Beim Icebreaker bist du richtig!
Kennenlernrunden, erste kontakte Knüpfen, Bekanntenkreis ausweiten – neue Leute treffen ist hier Programm! Gerade für die eher Zurückhaltenden ist der Icebreaker DIE Veranstaltung am Auftaktabend, um Anschluss zu finden.

Wie man Konflikte eskaliert und dabei den größtmöglichen Schaden anrichtet Vortrag

24.09., 09:30 Uhr, Berta Benz
Dr. Jürgen von Oertzen

Eigene Konflikte eskalieren, fremder Leute Konflikte anheizen – das kannst Du schaffen!
Wir müssen Konflikte nicht hilflos über uns ergehen lassen. Konflikttheoretisch fundiert, vor allem aber praktisch anwendbar, will ich mit Euch in dieser Vortrags-Workshop-Kombi zusammentragen, was wir tun können, um Konflikte zu verschlimmern und den größtmöglichen Schaden anzurichten, nicht nur für die Sache, um die es (anfangs) ging, sondern auch für die Beziehung untereinander.
Ich werde Beiträge der Mediationswissenschaft vorstellen und Ihr bringt Eure Methoden der Eskalation ein, um auf neun Eskalationsstufen Konflikte zur Explosion zu bringen und die drei uralten instinktiven Reaktionen (Flucht, Totstellen, Kampf) zu wecken.
Und natürlich, irgendwie habe ich dann die Hoffnung, dass es uns doch gelingt, den Spieß wieder umzudrehen: Wie wir Konflikte erkennen und gezielt deeskalieren können – ohne Aufgeben und ohne (Rosen-)Krieg.
Eure Fragen und Inputs sind willkommen!

Zu Dr. Jürgen von Oertzen

Jürgen von Oertzen studierte Physik, Politik und Mediation, war einige Jahre in der Wissenschaftswelt unterwegs (Uni Hamburg, Uni Kingston-Upon-Hull, TU Dresden, Uni Halle) und ist seit 2005 mit Leib und Seele Mediator und Konfliktmanager (seit 2010 auch Mediationsausbilder) im Mediationsbüro Einigungshilfe. Er ist etwas empfindlich auf irrationale Politik (Corona!) und daher seit 2020 politisch grün aktiv.

* / () _ : Wie (un)nötig ist Gendern? Vortrag

24.09., 09:30 Uhr, Carl Benz
Prof. Dr. Sara Köser

Über gendergerechte Sprache wird seit den 1980ern regelmäßig gesamtgesellschaftlich diskutiert – nun auch erstmalig im ordentlichen MinD-Akademie-Programm. Worum es geht? Vor langer Zeit setzte sich durch, maskulin markierte Personenbezeichnungen („Zuhörer“) für alle Menschen zu nutzen, auch wenn es eine separate feminine Form gibt („Zuhörerinnen“). Wissenschaftlicher Konsens ist, dass diese Verwendung – so praktisch sie auch sein mag – in unserem Denken nicht funktioniert. Trotzdem ist die Bandbreite an Argumenten, die öffentlich geäußert werden, schier unermesslich. Und es kommen ganz neue Formen hinzu wie „Zuhörer*innen“, „Zuhörer_innen“, „Zuhörer:innen“. Wie ist es denn jetzt eigentlich richtig? Und warum tun wir uns so schwer damit, angemessene Bezeichnungen für alle zu erkennen und umzusetzen? Der Vortrag beleuchtet viel Forschung, einigen Diskurs und ein bisschen Meinung.

Zu Prof. Dr. Sara Köser

Prof. Dr. Sara Köser befasst sich mit gendergerechter Sprache in Forschung wie in Praxis. Ihr akademischer Weg führte sie nach dem Psychologiestudium in Heidelberg zur Promotion an die Universität Bern. Als Gastforscherin im norwegischen Trondheim und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUniversität Hagen und der Universität Mannheim setzte sie weitere Akzente in den Bereichen Diversity und Sprachforschung. Am Karlsruher Institut für Technologie vertiefte sie ihre Kenntnisse zu Personal und Organisation, die sie auch als freiberufliche Beraterin zum Einsatz bringt. Der berufliche Weg führte sie letztlich wieder nach Heidelberg, wo sie nun als Professorin für Sozial- und Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius Heidelberg mit Hingabe lehrt und forscht – und mit ihrer vierköpfigen Familie in paritätischer Arbeitsteilung lebt, denn das versteht sich im Haus einer Genderexpertin von selbst.

Acroyoga - Einführung und Inspiration für Anfänger Workshop

24.09., 09:30 Uhr, Schiller (C301)
Thomas Regier

Der Begriff AcroYoga wurde 2003 in San Francisco etabliert und umfasste damals Yoga im Rahmen der Aufwärmübungen, Partnerakrobatik im großen Mittelteil und Thaimassage zum Dehnen und zur Entspannung danach.
Heutzutage wird unter AcroYoga meist nur noch die Partnerakrobatik verstanden, die auch in diesem Einführungskurs im Fokus stehen wird.
Dabei werden wir erste AcroYoga Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden durchgehen und der ein oder andere wird vielleicht überrascht davon sein, was er oder sie dann doch so schnell hinkriegt.

Der Kurs ist so ausgelegt, dass fast jeder die Einstiegspositionen schaffen sollte. Für Teilnehmer, die schon erste Erfahrungen gesammelt haben oder denen die Übungen besonders schnell gelingen, sind auch fortgeschrittenere Übungen vorbereitet.

Vorbereitung:
- Idealerweise finden sich die Teilnehmer schon vorher zu Paaren zusammen.
- Für je zwei Personen sollte eine Yoga-Matte oder ein grosses Handtuch mitgebracht werden.

Zu Thomas Regier

Thomas Regier hat Wirtschaft zusammen mit Jura studiert und anschließend Mathematik in Kombination mit Psychologie.

Neues Wissen in unterschiedlichen Disziplinen zu lernen und zu erproben fesselt ihn. Ebenso liebt er es zu erklären, was er sowohl in seinen Berufen als Analyst, Dozent oder Berater ausleben konnte und kann. Und er begeistert sich für sehr viele Sportarten. Besonders intensiv hat er dabei Triathlon (bis zur Langdistanz), Eigengewichtstraining, Bouldern und AcroYoga ausgeübt.

AcroYoga verbindet diese Leidenschaften. Da man zu zweit trainiert, ist man immer wieder Schüler wie auch Lehrer und kann eine weite Bandbreite an sportlichen Stärken nutzen und ausbauen.

Künstliche Intelligenz: Regulieren oder frei entwickeln lassen? Workshop

24.09., 09:30 Uhr, Windsor (A309)
Carsten Kraus

Künstliche Inteligenz (KI) ist die entscheidende Querschnittstechnologie, die die Welt in den nächsten 20 Jahren verändern wird. Welcher Wandel erwartet uns? Wo kann KI nützen, auf welche Weise kann sie schaden?
Die EU plant eine Regulierung der KI-Aktivitäten. Was hat sie vor, wie stehen die Teilnehmer dazu?
In diesem Workshop diskutieren wir gemeinsam verschiedene Szenarien künftiger KI-Entwicklung, deren Auswirkungen auf unterschiedliche Stakeholder (KI-Unternehmen/Startups, Investoren, allgemeine Industrie, Forschung und allgemeine Bevölkerung) sowie den Einfluss einer eventuellen EU-Regulierung.

Zu Carsten Kraus

Carsten Kraus ist Vordenker, Innovator, Unternehmer, Speaker und Gründer der Omikron Data Quality GmbH. Seine erste große Innovation als Jugendlicher war eine Programmiersprache, die ihm Atari abkaufte und zusammen mit 700.000 Computern auslieferte. Schon früh beschäftigte sich Carsten Kraus mit Fuzzy Logic und künstlicher Intelligenz. Aus seiner Neugier für Algorithmen und KI entstanden zahlreiche Produkte, die heute die Stammdaten von Großkonzernen bereinigen und die nahezu alle Menschen in Europa beim Einkaufen im Internet verwenden. Aufgrund seiner Expertise wurde er zum Vorsitzenden der Fachgruppe KI im bwcon gewählt. Allein in den letzten drei Jahren meldete er mehrere Patente zu KI-Verfahren an und ist ein gefragter Speaker auf Konferenzen und Tagungen. In seinen Vorträgen nimmt er die Zuhörer mit auf eine Expedition in das Reich einer neuen Spezies.
Sprecher-Seiten von Carsten Kraus:
https://www.carstenkraus.ai/
https://www.expert-marketplace.de/redner/details/carsten-kraus--1

Grüne Ökonomie: Wieso, Weshalb, Darum Vortrag

24.09., 11:00 Uhr, Berta Benz
Prof. Dr. Thomas Meuser

Was wir aktuell erleben, sollte uns nicht überraschen! Der Smith‘sche Egoismus ist Teil unseres Wirtschaftssystems: Daraus resultiert ein (schonungsloser) Umgang mit frei verfügbaren Ressourcen, der bereits im 18. Jahrhundert als „Tragedy of the Commons“ erkannt wurde: Wir neigen dazu, den Ast abzusägen, auf dem wir selber sitzen. Ein Dilemma? „Nicht zwingend“, sagt Prof. Dr. Thomas Meuser: „Es gibt ja auch das ökonomische Knappheitsprinzip. Auf eine ähnlich einfache Formel gebracht: Je weniger, desto teurer!“ Führt uns die Ökonomie vielleicht selbst aus ihrer hausgemachten ökologischen Krise heraus? Der Vortrag liefert für diese Frage die notwendigen Informationen.

Zu Prof. Dr. Thomas Meuser

Prof. Dr. Thomas Meuser ist ein Pionier der ökologischen Ökonomie: Vor knapp 30 Jahren legte er mit seiner „Umweltschutzorientierten Unternehmensführung“ als einer der ersten Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands einen „grünen“ Managementansatz vor. Dem Thema blieb er seitdem treu und gilt als ein seriöser Vertreter beider Seiten – Ökonomie und Ökologie. Prof. Dr. Thomas Meuser ist Vorstand des Gaia-Instituts für Umweltmanagement. Es wurde 2009 gegründet mit dem Ziel, zwischen Wissenschaft, wirtschaftlicher Praxis und Administration eine Verbindung für umweltbewusste und nachhaltige Veränderungen zu schaffen - mehr dazu unter gaia-institut.de.

Das war schon immer so? Veränderte Perspektiven der Konstruktion von Geschlechterrollen in der Archäologie Vortrag

24.09., 11:00 Uhr, Carl Benz
Dr. Julia Katharina Koch

Lange wurden Frauen in prähistorischen Zeiten übersehen und marginalisiert. Seit kurzem wird in den Medien hingegen jeder Befund, der von jagenden und kämpfenden Frauen zeugt, mit Erstaunen präsentiert, teilweise hochgejubelt. Das eine wie das andere vermittelt ein Bild der Vorgeschichte voller binärer Stereotype. Doch was entspricht nun der prähistorischen Realität? Wie kommen solch weit auseinanderliegende Interpretationen zustande? Um darauf Antworten zu finden, werden in dem Vortrag die Methoden der Geschlechterzuweisung der prähistorischen Archäologie sowie der prähistorischen Anthropologie vorgestellt. An ausgewählten Beispielen der Vorgeschichte Europas wird der Einfluss des gesellschaftlichen Kontextes auf die Methodenanwendung untersucht. Zudem wird die Diskussion eröffnet, welche Relevanz Geschlechterrollen der (schriftlosen) Vorgeschichte für unsere Gesellschaft hat.

Zu Dr. Julia Katharina Koch

Archäologin und zur Zeit wissenschaftliche Mitarbeiterin der Keltenwelt am Glauberg (Hessen). In ihren Forschungsprojekten beschäftigt sie sich mit den Lebensverhältnissen während des 2. und 1. Jahrtausends v. Chr. (Bronze- und Eisenzeit) in Mitteleuropa mit Fokus auf individueller Mobilität und Kulturtransfer. Archäologische Geschlechterforschung liegt ihr seit dem Studium am Herzen; als Co-Herausgeberin der Buchreihe „Frauen – Forschung – Archäologie“ prägt sie diese in Deutschland seit 30 Jahren mit.
Jüngste Buchveröffentlichungen:
Julia K. Koch / Wiebke Kirleis (Hrsg.), Gender transformations in prehistoric and archaic societies. Scales of transformation 6 (Leiden 2019).
Julia K. Koch / Christina Jacob / Jutta Leskovar (Hrsg.), Prähistorische und antike Göttinnen. Befunde - Interpretationen – Rezeption. Frauen – Forschung – Archäologie 13 (Münster 2020).

Aktuelle Trends und Innovationen in der Filmbranche Vortrag

24.09., 11:00 Uhr, Schiller (C301)
Martin Blankemeyer

Film ist das Leitmedium unserer Zeit - und war seit seinen Anfängen immer beeinflußt von technischen und anderen Innovationen. Wir werden gemeinsam einige der aktuellen Trends der Filmbranche anschauen und über ihre Möglichkeiten, ihre Auswirkungen und auch die damit verbundenen Gefahren nachdenken.

● Machen Deep Fakes Schauspieler*innen überflüssig und bescheren uns stattdessen neue Filme mit Marilyn Monroe und James Dean?
● Ist die Plattform künftig selbst der Star und generiert mit ihrem Big Data-Schatz jedem Zuschauer seinen individuellen Content?
● Führt dies und die Asynchronität des Konsums zu einer Vereinzelung und Entsolidarisierung unserer Gesellschaft?
● Ermöglichen virtuelle Studios wettersichere und klimaschonende Dreharbeiten, weil niemand mehr "on location" reisen muß?
● Schafft die Blockchain neue Formen der Filmfinanzierung über das bekannte Crowdfunding hinaus?

Die Veranstaltung setzt dabei stark auf den Input und die Beteiligung der Zuhörer*innen.

Zu Martin Blankemeyer

Martin Blankemeyer studierte Filmregie (ESAV Toulouse: Ingénieur-Maître), Medienwirtschaft (FH Wiesbaden: Diplom-Medienwirt) und Medienrecht (Uni Mainz: LL.M.), absolvierte Weiterbildungen wie das Atelier Ludwigsburg-Paris und den EAVE Producers Workshop und arbeitete u.a. als Aufnahmeleiter ("Das Verlangen" – Goldener Leopard in Locarno 2002), Herstellungsleiter ("Die Frau des Polizisten" – Spezialpreis der Jury in Venedig 2013) und Produzent ("Der Rote Punkt" – Bayerischer Filmpreis als Bester Nachwuchsproduzent 2008). Er gehört der Deutschen, der Deutsch-Französischen und der Europäischen Filmakademie an sowie der International Academy of Television Arts and Sciences, die alljährlich die International Emmy Awards vergibt. Heute ist er primär als Trainer und Berater tätig, als Sachverständiger für Film- und Medienwirtschaft sowie als Vorstand der Münchner Filmwerkstatt – und wurde für diese Tätigkeit u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Erstkontakt mit Neurolinguistischem Programmieren (NLP) Workshop

24.09., 11:00 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Sebastian Harrach

Das Stichwort "Neurolinguistisches Programmieren" ist vielfach ein Eyecatcher, eine Irritation oder ein Warnschild. In der Tat ist das Gebiet zwar sehr spannend, aber der Übergang zur Esoterik ist fließend. Man kann und sollte entsprechend ständig ausprobieren, ob die kennengelernten Ideen und "Formate" (=Handlungsleitfäden/Kochrezepte) nicht kompletter Humbug sind.

Wir werden Kommunikations- und Beobachtungsmethoden des "Neurolinguistischen Programmieren" (NLP) einsetzen, um in Kleingruppen einen praktischen Eindruck in die Methoden des NLP zu gewinnen. Je nach Interesse und Vorkenntnissen der einzelnen Kleingruppen wird dabei auf unterschiedliche Aspekte des NLP verstärkt eingegangen.

Zu Dr. Sebastian Harrach

Dr. Sebastian Harrach hat Mathematik und Philosophie studiert und nach ein paar Jahren als Unternehmensberater in Philosophie zu Machine Learning und Weltbezügen promoviert. Anschließend war er als akademischer Geschäftsführer in der Informatik der TU Darmstadt und als Geschäftsführer eines Technologie- und Gründerzentrums tätig. Aktuell koordiniert er das Telecooperation Lab in Darmstadt, das sich mit den Herausforderungen im Zusammenspiel von Mensch und Maschine beschäftigt.

Begleitend ist er im Startup-Ökosystem Rhein-Main unterwegs, coacht als NLP-Mastercoach Hochschulabsolventen, Doktoranden und Young Professionals und ist seit der zweiten Ausgabe 2003 regelmäßiger Teilnehmer der MinD-Akademie.

Nahtoderfahrungen und die Kraft des Wandels Vortrag

24.09., 11:00 Uhr, Windsor (A309)
Dr. phil. Joachim Nicolay

In der akademischen Öffentlichkeit werden Nahtoderfahrungen (NTE) manchmal als ein wissenschaftlich nicht ernst zu nehmendes Phänomen betrachtet. Ich stelle deshalb im ersten Teil meines Vortrags Ergebnisse der inzwischen über 40-jährigen internationalen NTE-Forschung vor. Im zweiten Teil greife ich ein wiederkehrendes Element von Nahtod-Erfahrungen auf. Das sind mystische Einheitserfahrungen. Als Folge einer solchen Erfahrung berichten Betroffene über ein Bewusstsein universeller Verbundenheit, das auch fremde Personen einschließt. Ich interpretiere dies so, dass die mystischen Erlebnisse das Bewusstsein der Verbundenheit nicht erzeugen, sondern ein Potenzial wecken, das in jedem Menschen schon angelegt ist. Es kann auch auf anderen Wegen aktiviert werden. Dann erweist es sich als eine Kraft, die Menschen miteinander und mit der Natur verbindet.

Zu Dr. phil. Joachim Nicolay

Dr. phil. Joachim Nicolay, geb. 1947 in Alf/Mosel, ist Diplompsychologe, Diplomtheologe und Philosoph. Beruflich war er in unterschiedlichen psychosozialen Arbeitsfeldern sowie in freier Praxis als Psychotherapeut, Verkehrstherapeut und Supervisor tätig. Er ist Vorsitzender des Netzwerk-Nahtoderfahrung.

Der Kampf um die Deutungshoheit: Was kann "politisches Framing"? Vortrag

24.09., 14:00 Uhr, Berta Benz
Prof. Dr. Jörg Matthes

Wie werden politische Themen diskutiert, welche Aspekte werden dabei in den Vordergrund gestellt, welche ausgeblendet? Dies sind Grundfragen, die in der Wissenschaft als "Rahmung" bzw. "Framing" beschrieben und diskutiert werden. Unter dem recht schwammigen Begriff Framing steht die Annahme, dass Kommunikatoren, Journalisten oder auch Rezipienten eine selektive Sicht auf Themen oder Ereignisse entwickeln können. So kann man das Thema Flucht & Migration unter dem Aspekt der humanitären Hilfe diskutieren oder aber mit Blick auf Kriminalität und Einwanderungsgesetze. Je nach Blickwinkel kommt man dabei zu anderen Schlussfolgerungen. Der Vortrag stellt die Frage auf, wie stark dieses Framing wirklich ist: Können dadurch Menschen manipuliert und Wahlen entschieden werden? Und welche Rolle spielen dabei die Medien?

Zu Prof. Dr. Jörg Matthes

Jörg Matthes ist Professor für Werbeforschung an der Universität Wien und Vorstand des dortigen Instituts für Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Er ist Autor von mehr als 200 Schriften zu den Themen politische Nachrichten, Werbepsychologie und Persuasion.

Resilienz wandeln Vortrag

24.09., 14:00 Uhr, Carl Benz
PD Dr. Mareike Menne

Resilienz als persönliche und organisationale Eigenschaft ist eine gute Voraussetzung, um möglichst unbeschadet durch schwierige Zeiten und Situationen zu kommen. Sie entspricht einem anderen Schlagwort aktueller Diskurse, dem „Zurück zur Normalität“. Resilienz ist, schon dem Wortstamm nach, auf die Wiederherstellung des Zustands vor der Krise bezogen und insofern eher bewahrend, nicht wandelnd. Darum fragt dieser Vortrag danach, welche alternativen Konzepte und Methoden wir wählen können, um möglichst unbeschadet durch Krisen zu kommen UND dabei Wandel, Innovation, Zukunftsorientierung und „Wildes Wissen“ (Anders Indset) zu Leitmotiven zu bestimmen. Wir klären Konzepte, Voraussetzungen, Kritik dieser Konzepte und sammeln Ideen zur individuellen praktischen Umsetzung.

Zu PD Dr. Mareike Menne

https://www.mareikemenne.de/#uebermich

Antisemitismus und Corona - Wieso wir in Krisenzeiten für Verschwörungsmythen anfällig werden Vortrag

24.09., 14:00 Uhr, Schiller (C301)
Dr. Michael Blume

In Zeiten der Corona-Pandemie erleben wir globale und persönliche Verunsicherungen. Menschen suchen Schuldige für ihre eigenen Krisen und die Krise der Welt. Immer wieder werden „die da oben“, Journalist:innen, Forschende oder sogar generell Frauen beschuldigt, sich gegen andere Menschen verschworen zu haben. Am Ende dieser Verschwörungsspirale findet sich häufig das jahrhundertealte Feindbild einer vermeintlichen jüdischen Weltverschwörung. Dr. Michael Blume stellt vor, wie es sein kann, dass Menschen aus der Mitte der Gesellschaft plötzlich Antworten in antisemitischen Verschwörungsmythen suchen und dabei in den Strudel von Bewegungen wie "Querdenken" oder der Digitalsekte "QAnon" fallen können. Dr. Blume lotet aus, welche Ansprache es gegenüber Menschen braucht, die ihren Halt verloren haben: Sind rationale Argumente gefragt oder müssen wir uns auch der Emotionalität der Menschen stellen?

Zu Dr. Michael Blume

Dr. Michael Blume ist Religionswissenschaftler und arbeitet seit 2003 im Staatsministerium Baden-Württemberg. Er war verantwortlich für die Projektgruppe „Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak“ und leitete von 2016 bis 2020 das Referat für „Nichtchristliche Religionen, Werte, Minderheiten, Projekte Nordirak“. Im März 2018 wurde er zum Beauftragten des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus ernannt. Er publiziert Bücher und bloggt regelmäßig zu unterschiedlichen Themen in den Bereichen von Religion und Politik. Seit 2020 betreibt er den Podcast „Verschwörungsfragen“, in welchem er über antisemitische Mythen aufklärt.

Sport für alle – Zur Genese eines Massenphänomens der Moderne Vortrag

24.09., 14:00 Uhr, Toulon (A030)
Prof. Dr. Michael Krüger

"Sport für alle" hat sich in Deutschland seit den 1960er Jahren sowohl als Begriff als auch als soziales Phänomen verbreitet. Seine Wurzeln liegen jedoch im 19. Jahrhundert, als Leibesübungen und körperliche Erziehung zu einem festen Bestandteil der öffentlichen Erziehung an Schulen wurden. Der aus England stammende Sport war ursprünglich ein Freizeitvergnügen wohlhabender Schichten, die genügend Zeit und Geld hatten, um Sport zu treiben. Als sich durch die fortschreitende Industrialisierung der Wohlstand mehrte und mehr Menschen mehr Geld und mehr Freizeit zur Verfügung hatten, entwickelten sich Leibesübungen, Spiel und Sport zu einem Massenphänomen. Der Preis der Automatisierung und Modernisierung besteht jedoch darin, dass Bewegungsmangel und Zivilisationskrankheiten zu den wesentlichsten Riskofaktoren für Erkrankungen aller Art geworden sind. Volkssport und Volksgesundheit sind zwei Seiten derselben Medaille.

Zu Prof. Dr. Michael Krüger

Seit 1999 ist Michael Krüger Professor für Sportwissenschaft mit den Schwerpunkten Sportpädagogik und Sportgeschichte an der Wesfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er studierte in Würzburg und Tübingen Erziehungswissenschaft, Deutsch und Geschichte. Nach dem ersten und zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien promovierte er in Geschichte 1984. 1995 folgte die Habilitation in Sportwissenschaft. Michael Krüger veröffentlicht u. a. zahlreiche Lehr- und Handbücher zur Sportpädagogik und Sportgeschichte und in nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Er ist Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e. V. (DAGS). Passend zum Vortrag auf der Mind-Akademie erschien 2017 im Waxmann-Verlag Münster: Sport für alle. Idee und Wirklichkeit (Global-lokale Sportkultur, Bd. 31, 1. Aufl.), herausgegeben von D. H. Jütting und M. Krüger.

Ready Player Wann? Wie weit VR-Technologie auf dem Weg zur perfekten Simulation ist Vortrag

24.09., 14:00 Uhr, Windsor (A309)
Michael Bonfert

Moderne Virtual-Reality-Systeme ermöglichen es uns, in immersive Welten einzutauchen, die physikalisch überhaupt nicht existieren (können). Aktuelle Hardware bietet mit hochauflösenden Displays, schneller Rechenleistung und exaktem Tracking atemberaubende Simulationen. Dabei ist die Idee keineswegs neu: Star Trek präsentierte sie bereits 1988 als Holodeck, in der Matrix-Trilogie wird man in eine Scheinwelt eingeklinkt und vor drei Jahren zeigte uns Ready Player One eine Dystopie mit VR-Headsets.
Wo stehen wir also gerade auf dem Weg zu diesen perfekten Simulationen, die man von der Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann? Ich erzähle euch, welche verblüffenden Eindrücke wir heute schon multisensorisch vermitteln können, welche Knackpunkte derzeit noch Hürden darstellen und welche wir vielleicht nie überwinden werden.

Zu Michael Bonfert

Nach Abschluss des Studiums in Digital Media M. Sc. nahm Michael Bonfert eine Promotion an der Universität Bremen auf. Er forscht im Bereich Human-Computer-Interaction mit Schwerpunkt auf Virtual Reality. Sein Fokus liegt dabei auf Aspekten der Haptik und des Realismus bei der Interaktion mit virtuellen Welten. Außerdem erforscht er den Umgang mit digitalen Sprachassistenten.

Gestaltwandler im skandinavischen Mittelalter Vortrag

24.09., 15:30 Uhr, Berta Benz
Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Simek

Die Vorstellungen von der Möglichkeit des Gestaltwandels - Menschen in Tiere, Menschen in andere Menschen, Menschen in Trolle - durchziehen die mittelalterliche skandinavische Literatur von der Mythologie bis zu den Werken der hochmittelalterlichen Sagaliteratur, die man heute der literarischen Fantastik zuzählen würde. Dazu treten noch religiöse Konzepte von der Wandlungsfähigkeit von Göttern und Dämonen bis hin zu unheimlichen Wiedergängergeschichten: Lebende Tote sind im mittelalterlichen Norden allgegenwärtig und sollen auch in diesem Vortrag zur Sprache kommen.

Zu Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Simek

Rudolf Simek ist emeritierter Professor für mittelalterliche deutsche und skandinavische Literatur an der Universität Bonn. Zu seinen über 30 Buchpublikationen gehören u.a. das „Lexikon der germanischen Mythologie“ und „Lexikon der altnordischen Literatur“ (mit Hermann Pálsson), weitere Werke zur mittelalterlichen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, zu den Wikingern und zur germanischen Mythologie. Er hat an zahlreichen Fernsehdokumentationen zur europäischen Kulturgeschichte, besonders aber zu Wikingern und Germanen mitgewirkt.

Eine Reise zum IceCube-Observatorium am Südpol: auf der Suche nach dem Ursprung der höchstenergetischen Kosmischen Strahlung Vortrag

24.09., 15:30 Uhr, Carl Benz
Prof. Dr. (Assist. Prof., University of Delaware, USA) Frank Schröder

Das IceCube-Neutrino-Observatorium am Südpol hat einen Kubikkilometer antarktischen Eises in eines der empfindlichsten Messinstrument der Astroteilchenphysik verwandelt. Hier messen wir kosmische Teilchen, deren Energie weit jenseits über die Möglichkeiten irdischer Teilchenbeschleuniger hinausgeht. Um den Ursprung dieser natürlichen kosmischen Strahlung zu erforsche, ist ein Ausbau des Observatoriums geplant, der unter anderem die Messgenauigkeit erhöhen wird. Als Vorbereitung hierauf haben wir im letzten Jahr einige Prototyp-Detektoren bei IceCube am Südpol installiert.

In dem Vortrag werde ich sowohl den wissenschaftlichen Hintergrund vorstellen als auch anhand von Fotos über meine Reise zum Südpol berichten. Bereits die Anreise über Neuseeland und die McMurdo-Station an der Antarktis-Küste war ein Abenteuer. Am Südpol ist die Luft nicht nur kalt, sondern auch sehr trocken und dünn. Zum Glück bietet die Amundson-Scott-Station einen gewissen Komfort in dieser unwirklichen Umgebung.

Zu Prof. Dr. (Assist. Prof., University of Delaware, USA) Frank Schröder

Frank G. Schröder hat von 2002 bis 2007 an der TU Darmstadt Physik studiert, promovierte 2011 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Physik und hat sich dort 2017 habilitiert. Seit 2018 hat er eine Tenure-Track-Stelle als Assistant Professor an der University of Delaware in den USA inne und forscht auf dem Gebiet der experimentellen Astroteilchenphysik am dortigen Bartol Research Institute. Parallel dazu leitet er ein weiterhin ein Team am KIT. Sein Hauptthema ist die Verbesserung von Messmethoden der höchstenergetischen kosmischen Strahlung mit dem Ziel deren Herkunft zu entschlüsseln. Finanziert werden seine Arbeiten überwiegend aus öffentlichen Mitteln, wie einem ERC Starting Grant und einem NSF Career Award. Seine Forschung führt ihn immer wieder an entlegene Orte, wie das Tunka-Tal in Sibirien und das Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien. Zuletzt war er im Januar 2020 für drei Wochen an der Amundsen-Scott-Station beim IceCube-Neutrino-Observatorium am Südpol.

Wie soll das gehen? Über den Wandel im Projektmanagement Vortrag

24.09., 15:30 Uhr, Schiller (C301)
Dr. Christiane Zehrer

Im Projektmanagement gab es in den vergangenen Jahrzehnten viel Neues, das meiste grob zusammengefasst unter dem Stichwort "Agilität". Diese Art Projekte anzugehen, setzt auf kürzere Planungszeiträume, konkrete Planungsgegenstände und v.a. die Beteiligung des Teams an der Planung. Neue Methoden und Artefakte ermöglichen Transparenz und Dazulernen durch Feedback. Der Vortrag zeigt neben den Methoden (WAS?) auch deren Funktionsmechanismen (WIE?) aus Sicht einer kognitiv untermauerten kommunikativen Perspektive auf.

Zu Dr. Christiane Zehrer

Christiane vertritt aktuell die Professur "Fachkommunikation/Französisch" an der HS Magdeburg. Zuvor (und parallel) war/ist sie als IT-Beraterin im Umfeld von digitaler Transformation und Agilität unterwegs. Forscht zu Projektkommunikation aus kognitiv-linguistischer Perspektive. Kennt die Grenzen und Hürden neuer Methoden, und gibt trotzdem nicht auf.

Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft von Lucius Burckhardt Vortrag

24.09., 15:30 Uhr, Toulon (A030)
Prof. Martin Schmitz

Mit der Spaziergangswissenschaft, der Promenadologie oder Englisch auch Strollology verband der Schweizer Soziologe Lucius Burckhardt (1925–2003) die Vorstellung, dass es eine fächerübergreifende Schnittmenge geben müsse von Stadtplanung, Architektur, Kunstgeschichte, Design und Soziologie, die jede Wahrnehmung von Landschaft oder Stadtraum bestimmt und sich kritisch mit Urbanismus und Mobilität auseinandersetzt. Er führte mit seiner Forschung Mobilität, Wahrnehmung und Gestaltung zusammen und darf deshalb als Vordenker einer Raumplanung gelten, die Grenzen von Disziplinen überwindet, Technik und Ästhetik, Architektur und Kunst miteinander verbindet, Teilhabe und Mitbestimmung bei der Umsetzung von Baukonzepten ermöglicht. Bereits Anfang der 1950er Jahre verhinderte er den Abriss gotischer Häuser in seiner Heimatstadt Basel, die dem autogerechten Umbau weichen sollten.

Zu Prof. Martin Schmitz

Martin Schmitz, *1956. Studium im Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung bei Lucius Burckhardt an der Universität Kassel. Autor eines Buches „Über die Kultur der Imbißbude“, 1983. Kurator des Filmprogramms der 8. documenta Kassel 1987, der Tagung „Dilettantismus“, Görlitz 1995, der Ausstellung „Die Tödliche Doris – Kunst“, Berlin 1999, des internationalen Kongresses „Spaziergangswissenschaft: Sehen, erkennen und planen“, Frankfurt 2008 und der Lucius Burckhardt Conventions 2014/2017 in Kassel. Seit 1989 Verleger von Büchern zu Themen in Architektur, Kunst, Film, Design, Musik, Theater und Literatur. Seit 2013 Professor an der Kunsthochschule Kassel.

Social VR: Kann soziales Miteinander im virtuellen Raum ein richtiger Ersatz sein? Workshop

24.09., 15:30 Uhr, Windsor (A309)
Michael Bonfert

Immer mehr Veranstaltungen finden in virtuellen Umgebungen statt: von täglichen Meetings bis zu riesigen Konferenzen. In Social Virtual Reality (VR) begegnet man in digitalen 3D-Räumen den Avataren anderer Personen – also ihren visuellen Repräsentationen – und kann miteinander interagieren.
Diese Art der Zusammenkunft wollen wir gemeinsam ausprobieren. Wir treffen uns in kleiner Gruppe auf der Social VR-Plattform Mozilla Hubs. Dafür benötigt ihr nur Laptop bzw. Mobilgerät und Kopfhörer, optional ein VR-Headset. Ich gebe euch eine kurze Einführung und berichte von der Fallstudie am Digital Media Lab Bremen, wo wir uns während der Pandemie für die wöchentlichen Meetings in VR getroffen haben. Wir reden darüber, welche zwischenmenschlichen Aspekte der Interaktion sich gut auf virtuelle Umgebungen übertragen und was dort nur mäßig funktioniert. Insbesondere betrachten wir den Wandel von sozialen Normen, den ich an der Uni, aber auch bei den virtuellen Mensa Juniors Camps erlebt habe.

Zu Michael Bonfert

Nach Abschluss des Studiums in Digital Media M. Sc. nahm Michael Bonfert eine Promotion an der Universität Bremen auf. Er forscht im Bereich Human-Computer-Interaction mit Schwerpunkt auf Virtual Reality. Sein Fokus liegt dabei auf Aspekten der Haptik und des Realismus bei der Interaktion mit virtuellen Welten. Außerdem erforscht er den Umgang mit digitalen Sprachassistenten.

Schiffssicherheit im Wandel der Zeit – Vom Untergang der Titanic bis zu Kreuzfahrten unter Pandemie-Bedingungen Vortrag

24.09., 17:00 Uhr, Toulon (A030)
OStD Malte Fiebing-Petersen

Der Untergang der Titanic leitete in vielen Bereichen eine Wende ein – sei es der blinde Technikglaube, der nachhaltig erschüttert wurde, oder sei es ein gesellschaftspolitischer Umbruch, der auf der in drei Klassen aufgeteilten Titanic wie ein Spiegelbild ihrer Zeit sprichwörtlich seinem Untergang geweiht war. Vor allem aber im Bereich der Schiffssicherheit markiert ihr Sinken einen Wendepunkt. Die Menschen zogen daraus ihre Lehren, von denen wir bis heute profitieren. Beginnend mit der Titanic, 1912 eines der modernsten Schiffe ihrer Zeit, wird zunächst geklärt, wie es zu diesem Unglück kommen konnte. Anschließend geht der Blick weiter auf die aus dem Untergang gezogenen Lehren und darauf, wie es zu weiteren Unglücken wie dem der Andrea Doria, der Estonia oder der Costa Concordia kommen konnte. Abschließend wird die Sicherheit moderner Schiffe in den Fokus genommen, auch im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen der Kreuzfahrtindustrie im Bezug auf die Corona-Pandemie.

Zu OStD Malte Fiebing-Petersen

Malte Fiebing-Petersen wurde 1984 im niedersächsischen Wilhelmshaven geboren, wuchs aber bedingt durch den Beruf des Vaters im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg auf. Initialisiert duch die Berichterstattung zum Untergang der Ostseefähre "Estonia" 1994 begann er sich bereits im Alter von zehn Jahren für Schiffskatastrophen zu interessieren und stieß dabei unweigerlich auf die "Mutter der Schiffsuntergänge": die "Titanic". Trotzdem – oder vielleilleich gerade deshalb – verbringt er seit mehr als 20 Jahren seine Urlaube auf den Weltmeeren. Nach dem Abitur studierte er Deutsch, Geschichte und Latein für das gymansiale Lehramt in Stuttgart und Kiel. Seit einigen Jahren ist er Schulleiter einer Sonderschule bei Kiel. Seit vielen Jahren ist er Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins von 1997 e. V. und ein gefragter Experte für TV- und Printmedien. 2012 veröffentlichte er sein Buch „Titanic (1943) – Die Nazis und das berühmteste Schiff der Welt“ in deutscher und englischer Sprache.

„Ich wollt‘, es gäbe kein Alter zwischen 16 und 23" Vortrag

24.09., 17:00 Uhr, Windsor (A309)
Klaus Farin

„Ich wollt', es gäbe kein Alter zwischen 16 und 23, oder die jungen Leute würden's überschlafen; denn dazwischen gibt's nichts als Jungfern Kinder machen, dem Alter Schabernack antun, stehlen und raufen.“
William Shakespeare (1564 - 1616), Das Wintermärchen

Die Jugend ist unsere Zukunft. Jugend steht für Wandel, Fortschritt, die einzige Hoffnung der Evolution. Die Jugendzeit ist die progressivste Zeit in unserem Leben, spätestens mit 25 werden wir braver, konservativer, trachten nicht mehr, die Welt zu verändern, sondern in ihr aufzusteigen.
„Die Achtundsechziger“ stehen sinnbildlich für eine ganze Generation, heute sind es die Aktivisti der Fridays for Future, die unser Bild von der repolitisierten, engagierten Jugend prägen. Aber ist das wirklich „die Jugend“?

Zu Klaus Farin

Klaus Farin, geboren 1958 in Gelsenkirchen, lebt seit über 40 Jahren in Berlin-Neukölln. Er ist Autor, Lektor und politischer Bildner, Geschäftsführer des Hirnkost Verlags, Begründer und langjähriger Leiter des Berliner Archiv der Jugendkulturen und seit 2011 Vorsitzender der Stiftung Respekt!. 2019 erhielt er für seine Verdienste um die Jugendforschung das Bundesverdienstkreuz.
Bis heute hat Farin 29 Bücher verfasst und weitere herausgegeben, zuletzt gemeinsam mit Rafik Schami: Flucht aus Syrien – neue Heimat Deutschland? und mit Eberhard Seidel: Wendejugend.
Er ist Mitgründer und seit 2021 stellvertretender Bundesvorsitzender der Klimaliste Deutschland.
Weitere Infos: https://klausfarin.de/ueber-klaus-farin/biographie

Table Quiz Sonstiges

24.09., 20:00 Uhr, Benz
Christian Ziemann

Wer schon einmal bei einem Pub Quiz war, kennt das Konzept: An den Tischen bilden sich Teams zu maximal acht Personen, deren gesammeltes Wissen in mehreren Fragerunden herausgefordert wird. Die Antworten werden auf den ausgeteilten Bögen notiert, für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt Ruhm, Ehre und einen symbolischen Preis. Das Themenspektrum reicht von Technik bis Popkultur. Je diverser euer Team zusammengesetzt ist, desto besser also eure Chancen!

Zu Christian Ziemann

Christian hat Physik studiert, nie die Neon gelesen, aber trotzdem eine Leidenschaft für unnützes (manchmal versehentlich auch nützliches) Wissen.

Bücherschaulaufen Workshop

24.09., 20:00 Uhr, Windsor (A309)
Jan Sieckmann

Du hast in der Zwischenzeit d a s empfehlenswerte Buch gelesen und willst es kurz vorstellen? Du suchst Leseanregungen? Dann bist Du beim Bücherschaulaufen richtig. Alles kann, was interessiert: hochgeistiges Sachbuch, fesselnder Krimi oder Kinderbuch. Meld dich an und komm vorbei!

Falls Du auch ein Buch vorstellen willst:
Schick vorher bis 1.9. an buecherschaulaufen@mind-hochschul-netzwerk.de kurz Folgendes
(1) Autor und Titel (2) Inhalt in drei Sätzen (3) Hat dieses Buch vielleicht sogar mein Lebensgefühl/Denken/Leben geprägt? Wenn ja, wie? (4) Wer sollte dieses Buch lesen? Warum? (5) Wie lange braucht man in etwa zum Lesen? (6) Zitat einer typischen Passage oder Wendung.
(https://wiki.mind-hochschul-netzwerk.de/wiki/B%C3%BCcherschaulaufen-Fragebogen-Vorlage)
Plane als Buchvorstell-Zeit max. 3 min (plus Frage-Zeit). Danke!

Freu Dich, ob zuhörend oder vorstellend, auf die kurzweilig buchselige Zeit!

Zu Jan Sieckmann

Jan "Janix" Sieckmann lebt und liest (nicht immer in dieser Reihenfolge) in Köln. Der Historiker usw. (eigentlich) vermarktet online Ökonergie. Ansonsten erstellt er Kreuzworträtsel, spielt Gitarre oder radelt nachhaltig nach Zaandam.
Michael Fackler, Severine Baumann und er hoben 2010 das "Bücherschaulaufen" spontan aus der Taufe: Auf den Punkt ein paar gute unbekannte Bücher von ihrer besten Seite kennen lernen.

Nachhaltigkeit aus einer universellen Sicht Vortrag

25.09., 09:30 Uhr, Benz
Prof. em. Kathrin Altwegg

Das Wort Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Klimaerwärmung, CO2 als Klimazerstörer, schmelzende Gletscher, Unwetter beherrschen häufig die Diskussionen. Im Vortrag möchte ich die Entwicklungen auf unserer Erde in einen universellen Zusammenhang stellen. Wie hat sich das Universum bis heute entwickelt und wie geht es weiter. Wie lange gibt es uns schon und wie lange noch. Wie viele Erden gibt es. Ist unsere Erde ein Zufallsprodukt. Wie kommt es überhaupt zu Leben auf Planeten und sind wir allein. Was können wir Menschen tun, damit unsere Erde habitabel bleibt und ab wann sind wir Menschen dann machtlos. Diesen Fragen soll mit einem Augenzwinkern nachgegangen werden.

Zu Prof. em. Kathrin Altwegg

Kathrin Altwegg is a professor emer. in space research and planetology at the University of Bern. She completed her PhD in solid state physics at the University of Basel in 1980. After working as a postdoctoral scholar at the New York University, she joined the Physics institute in Bern. She got her habilitation in 1996 and became an associate professor in 2001. From 2011 till 2016 she led the Center for Space and Habitability of the University of Bern. Kathrin Altwegg’s research interests are focused on cometary science using mass spectrometry in situ. She was involved in the European mission Giotto to comet Halley and later as principal investigator of the ROSINA instrument on ESA’s Rosetta mission to comet 67P. She is active in science outreach in schools as well as for the public.

Airport eMove - Elektromobilität auf dem Flughafen-Vorfeld Vortrag

25.09., 09:30 Uhr, Schiller (C301)
Jutta Ziemen

Auf der Autobahn fahren nur Autos, an Bahnhöfen fahren nur Züge und an Flughäfen fliegen nur Flugzeuge – nicht ganz! Gepäck-Transporter, Flugzeug-Schlepper, Catering-Trucks und andere Fahrzeuge rollen viel häufiger über‘s Vorfeld als Flugzeuge über die Piste. Elektromobilität am Flughafen endet also nicht mit der beschränkten Möglichkeit elektrisch fliegender Flugzeuge, sondern beginnt bei allen anderen Vehikeln, die nicht mehr nur mit Diesel betrieben werden.
Zwischen 2012 und 2018 hat Lufthansa mit Partnern am Frankfurter Flughafen einige Pilot-Projekte zur Elektromobilität betrieben:
• TaxiBot, ein piloten-gesteuerter Flugzeug-Schlepper
• eSchlepper, ein elektrischer Schlepper für Großraum Flugzeuge
• eTaxi, ein System zum elektrischen Rollen von Flugzeugen
• eLift, ein Catering-Truck mit elektrischem Antrieb und Hub
Jedes dieser Systeme war das erste seiner Art.
Die Betreuerin dieses mit 8 Mio. EUR geförderten Konsortial-Projekts bietet interne Einblicke in Höhen und Tiefen.

Zu Jutta Ziemen

Parallel zu ihren letzten Schuljahren begann Jutta Ziemen eine Ausbildung zur Ballett-Tänzerin. 1987 wechselte sie in die Luftfahrt. Seit 1989 ist sie im Lufthansa-Konzern tätig. Nebenberuflich qualifizierte sie sich zur Luftverkehrs-Kauffrau, 2007 schloss sie ihr Studium an der Concordia University in Montreal mit einem MBA in Aviation ab. In Frankfurt verantwortete sie die lokalen Flughafen-Entgelte, die Flugrechte im Streckennetz von Europa, dem Nahen Osten und Afrika, betreute Elektromobilität und innovative Antriebe im Konzern und treibt die Intermodalität (Zusammenwirken unterschiedlicher Verkehrsträger) voran.
Ihre Faszination für Wissenschaft, Innovation und Zukunft versucht sie bestmöglich in ihr Unternehmen zu integrieren.
Seit 2001 ist sie bei Mensa, war LocSec, LocSecKo, Strategie-Team und seit 2007 Testleiterin. Sie ist bei nationalen und internationalen Veranstaltungen zu finden und reist generell gerne.
Sie ist geschieden, ihre drei Kinder studieren.

Energiewende: The secret of having it all. Vortrag

25.09., 09:30 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Artus Philipp Rosenbusch

Dass Sonne + Wind inzwischen billigeren Strom liefern als fossile Quellen hat sich herumgesprochen. Dass es herausfordernd ist, grüne Stromnetze auszubalancieren auch.
Und doch ist die Diskussion über Energie meist von alten Glaubenssätzen, falschen Überzeugungen und verkannten Zusammenhängen geprägt.
Man beobachtet zwei Lager: Die Einen unterschätzen, wie technisch anspruchsvoll Energiewende sein kann. Sie sind wütend, da es Politik und Konzernen wohl am Willen fehlt. Andere glauben, dass es gar keine gangbare Lösung (ohne Kernenergie) gäbe, finden also Gründe, warum alles schon ok ist, wie es ist.
Im interaktiven Vortrag beantworten wir pragmatisch:
- Wie Energiewende tatsächlich gelingt
- Welche Effekte und Maßnahmen
- Wie genau quantitativ interagieren.
Ziel ist eine Faktenbasis für eine leider meist unsachlich geführte Debatte.
Basis ist meine Erfahrung mit der Modellierung mehrerer nationaler Energiesysteme und meine Arbeit an der Dubai Clean Energy Strategy (75% RES bis 2050)

Zu Dr. Artus Philipp Rosenbusch

Artus hat in Darmstadt und Salamanca Mathematik studiert, in Spieltheorie (fairness considerations in cooperative n-person games) promoviert und kommt seit über 15 Jahren regelmäßig und gern auf die MinD-Akademie.

Beruflich führte seine Karriere von booz&co zur Inhouse-Beratung bei RWE, später innogy Consulting, nach Dubai (als Vice President für das Beratungsgeschäft in Middle East verantwortlich) und Berlin (Head of LRN LAB, einer business unit für organizational learning und venture building).

Derzeit widmet er sich insbesondere seiner brandneuen Rolle als Vater und bereitet eine Existenzgründung im Bereich Sustainability+Learning vor. In seiner Freizeit liebt er den Tanzsport, sein Klavier, spielt gern Go und ist ein Freund von Meditation und Wellness.

Die Schweiz; wie man eine Wüste in einen Staat verwandelt; oder eine andere Zukunft für gescheiterte Staaten Vortrag

25.09., 09:30 Uhr, Windsor (A309)
Dr. Davoud Taghawi-Nejad

Gescheiterte Staaten sind Orte der Gewalt. Erfolgreiche Staaten schaffen die Balance zwischen Gewalt und Unterdrückung. Der westliche Weg diese Balance zu schaffen ist Demokratie (und vieles mehr). In anderen Kulturen hat dieser Weg nicht funktioniert. Dieser Vortrag legt dar, dass es andere Wege gibt und stellt diese Wege vor.

Zu Dr. Davoud Taghawi-Nejad

Davoud ist Data Science und Modeling Practice Leader bei Whiteshield, einer globalen Politikberatungsfirma. Er ist Ökonom mit 10 Jahren Erfahrung in Politikberatung und Politikmodellierung, mit Projekten in Arbeitsmarktökonomie, Arbeitsmarktnationalisierung, Bildungspolitik und Modellierung von globalen petrochemischen Lieferketten.

Am Massachusetts Institute of Technology hat Davoud ein Projekt zur Sauditisierung des Ssaudi-arabischen Arbeitsmarkts geleitet. Das Model wurde der Regierung als Regulierungssimulator-App zur Verfügung gestellt.
Beim Joint Research Center der Europäischen Kommission (2016) und bei den Vereinten Nationen (2020) ist Davoud Experte für E-governance und modellbasierte Gesetzes- und Regulierungsentwicklung.
Unter anderem publizierte Davoud zu Konjunkturzyklen, Netzwerkeffekten von Zentralbankinterventionen und Computermodellierung in der Volkswirtschaftslehre.

Die Eliten und die Spaltung der Gesellschaft Vortrag

25.09., 11:00 Uhr, Benz
Prof. Dr. Michael Hartmann

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland gravierend vertieft. Sowohl bei den Einkommen als auch bei den Vermögen ist die Ungleichheit massiv gestiegen. Das obere Zehntel, vor allem aber das oberste Prozent der Bevölkerung haben sehr viel dazu gewonnen, das untere Zehntel dagegen deutlich verloren. Diese Entwicklung ist durch die Corona-Pandemie nicht gestoppt oder gebremst, sondern noch einmal verstärkt worden. Ausschlaggebend für diesen Prozess waren und sind Entscheidungen, die von der politischen Elite getroffen und von den meisten anderen Eliten gefordert und/oder unterstützt worden sind. Das betrifft zum einen die Agenda 2010, zum anderen die zahlreichen steuerpolitischen Beschlüsse, die die Wohlhabenden und Reichen stark begünstigen. Eine zentrale Rolle für diese Entscheidungen spielt die soziale Rekrutierung der Eliten. Sie stammen überwiegend aus den oberen vier Prozent der Bevölkerung und denken und handeln dementsprechend.

Zu Prof. Dr. Michael Hartmann

Michael Hartmann, geb. 1952, Professor em. für Soziologie, TU Darmstadt. Studium der Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik, 1979 Promotion, 1983 Habilitation. Forschungsstipendiat der DFG. Letzte Buchveröffentlichung: Die Abgehobenen. Wie die Eliten die Demokratie gefährden, 2018. 2002 und 2010 Thyssen-Preis für den besten sozialwissenschaftlichen Aufsatz des Jahres. 2008 Preis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie für hervorragende Leistungen hinsichtlich der öffentlichen Wirksamkeit der Soziologie. Zahllose Vorträge und Medieninterviews sowie viele Talkshowauftritte im Fernsehen.

Human-Computer Interaction: From Concepts to Applications Vortrag

25.09., 11:00 Uhr, Toulon (A030)
Thomas Kosch

Even after five decades since the commercialization of the first personal computers, everyday interactions with computing devices are still limited to keyboard, mouse, or touch interaction. Human-Computer Interaction (HCI) is a research field studying new interaction paradigms investigating how usability, experience, and user satisfaction can be improved. First, the talk will start with a brief introduction to the current state of user interfaces and anticipated developments. I will then present an excerpt of current HCI research trends concerning mixed reality, 3D printing, haptics, cycling assistance, and physiological interaction. Finally, the talk will anticipate how artificial intelligence is going to shape HCI research and applications in the future.

Zu Thomas Kosch

Thomas Kosch is a postdoc of the Human-Computer Interaction Group at the Technical University of Darmstadt. He obtained his Ph.D. in Human-Computer Interaction at the Ludwig Maximilian University of Munich in 2020. His research focuses on assessing user interfaces through physiological sensing, including designing, prototyping, and evaluating physiological interfaces that augment users cognitively and physically using artificial intelligence.

Therapie mit allen Sinnen: Impacttechniken Vortrag

25.09., 11:00 Uhr, Windsor (A309)
Dipl. Psych., PPT Frauke Niehues

Impacttechniken sind hocheffektive Methoden für den Therapie- und Beratungskontext. Sie können u.a. zur Emotionsaktivierung, Verdeutlichung von komplexen Zusammenhängen, Motivationssteigerung oder Memorierung und Verankerung von Lösungskonzepten eingesetzt werden. Hier ein Beispiel für eine Impacttechnik: Ein Klient hat nach einer von kontinuierlicher Entwertung und Misshandlung geprägten Kindheit ein sehr geringes Selbstwertgefühl. Der Therapeut nimmt einen Zwanzig-Euro-Schein, hält ihn hoch und fragt den Klienten: „Was ist der wert?“. Dann zerknüllt er den Schein, schmeißt ihn auf den Boden, tritt darauf herum und beschimpft ihn. Danach hebt er den zerknüllten Schein auf und fragt den Klienten: „Was ist er wert?“. In dem Vortrag wird der theoretische Hintergrund und die Wirkweise der Impacttechniken erläutert und Impacttechniken für verschiedene Fragestellungen und Einsatzbereiche demonstriert.

Zu Dipl. Psych., PPT Frauke Niehues

Frauke Niehues ist approbierte Psychotherapeutin in eigener Praxis sowie in der Personal- und Organisationsentwicklung tätig. Sie ist Dozentin an mehreren Universitäten, leitet gemeinsam mit Manfred Prior ein Ausbildungsinstitut und ist Gründerin des Spenden- und Gemeinschaftsprojekts „Methodenschatz“. In dem Projekt findet man hilfreiche Materialien renommierter TherapeutInnen und Coaches für Therapie und Selbsthilfe. Frauke Niehues führt darüber hinaus das Portal „Können-macht-Spaß“. Dort stellt sie umfassende Informationen und Materialien zum Thema Hoch- und Höchstbegabung für Betroffene, Therapeutinnen, Berater, Schulen und KiTas zur Verfügung und bietet Vernetzungsmöglichkeiten für Fachleute. Einen Überblick über Ihre Angebote findet man unter www.frauke-niehues.net.

Documensa light - die 7. MHN-Kunstausstellung Sonstiges

25.09., 13:30 Uhr, Foyer
Alexander Scivos

Die kleine MHN-Kunstausstellung unter dem Motto "art of mind" hat mittlerweile Tradition. Im Foyer, der Brücke zwischen Innen und Außen, schaffen wir die Möglichkeit zum Brückenschlag zwischen der Kunst des Einzelnen und der Kommunikation der Vielen. Schon zum 7. Mal freuen wir daher auf Papierbilder, Origami, Kleinplastiken, Fotos und sonstige ausstellbare Kunstwerke im Format bis DIN A3, die Teil-Nehmer der Mind-Akademie selbst Zusammen-Bringen.

Welche Bedeutung von „Wandel" manifestiert sich in der Kunst? Die Verwandlung des leeren Blattes in volle Schaffenskraft? Der Stil-Wandel der Kunst als Reflexion des Lebens-Wandels der Künstlerin? Wird der kunstschaffende Mensch zur Ur-Sache der Veränderung?

Die Anwandung der Kunst ist die Verwandlung der Wand.

Zu Alexander Scivos

Alexander Scivos, geboren am 20.11.1972 ist einer der Gründer von MHN. Er hat Biologie, Mathematik und Informatik in Freiburg, Moskau und Kanada auf Diplom studiert. Aktuell arbeitet er als Referent für Schulungen bei SAP.
Er interessiert sich sehr für Kunst, zeichnet jeden Tag eine kleine Skizze und hat auf dem MinD-Camp schon einen Workshop zum Thema Land
Art geleitet und mehrfach bei der documensa teilgenommen.
Seine Interessen sind darüber hinaus Naturschutz, Philosophie, Spiele erfinden, Radfahren und Wandern.

CERN und SESAME: Wissenschaft als Brückenschlag über kulturelle und nationale Grenzen. Vortrag

25.09., 14:00 Uhr, Benz
Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer

Die Elementarteilchenphysik beschäftigt sich mit der Suche nach den kleinsten Bausteinen der Natur und den Kräften, mit denen sie wechselwirken. Seit seiner Gründung vor über sechzig Jahren bestimmt CERN diese Forschung mit, zuletzt mit dem Start des Large Hadron Collider (LHC), durch die Entdeckung des Higgs-Bosons, sowie durch Ergebnisse, die ihren Weg aus der reinen Grundlagenforschung in das tägliche Leben gefunden haben. Weit über die europäischen Grenzen hinaus finanzieren 23 Mitgliedstaaten die Forschungsstätte. Das CERN ist neben der wissenschaftlichen Dimension auch eine Institution für die Völkerverständigung. Das internationale Forschungsinstitut SESAME in Jordanien füllt diese Rolle in einem wohl noch stärkeren Maße aus. All diese Aspekte werden im Vortrag dargestellt und illustrieren nicht nur die Wissenschaft sondern auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Kulturen und Nationen im Wandel der Jahrzehnte.

Zu Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer

Promovierter Physiker, Professor em. Univ. Hamburg, war von April 2016 bis April 2018 Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und turnusgemäss deren Vizepräsident bis April 2020. Er war von 2016 bis 2020 Berater der EC und vier Jahre Vorsitzender der Gruppe der sieben ‚Chief Scientific Advisors‘ der EC. Er ist Präsident des Councils von SESAME (Synchrotron-Light for Experimental Science and Applications in the Middle East). Von Januar 2009 bis Dezember 2015 leitete er als Generaldirektor das europäische Forschungszentrum CERN. Er war von Dez. 2004 bis 2008 Forschungsdirektor für den Bereich Teilchen- und Astroteilchenphysik am DESY in Hamburg. Mitgliedschaft in nationalen und internationalen Gremien sowie verschiedenen Akademien, u.a. der Leopoldina. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Groβes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Chevalier de la Légion d'honneur in Frankreich, Orden für Verdienste um Litauen, Goldenes Komturkreuz

Recht im Wandel der Zeit Vortrag

25.09., 14:00 Uhr, Schiller (C301)
Dr. Kurt Fuchs

Recht ist ein Spiegel der jeweiligen Gesellschaft und unterliegt als solcher stetigem Wandel. Vorstellungen von richtig und falsch, gerecht und ungerecht, gut und böse veränderten sich erheblich im Lauf der Jahrhunderte. So erscheinen uns die meisten Rechtsvorstellungen aus der Antike und dem Mittelalter heute völlig absurd, vielfach gar als barbarisch. Das römische Recht beeinflußt dagegen bis heute unsere Rechtsvorstellungen. Der liberale, vom Humanismus geprägte, säkulare Rechtstaat von heute erscheint den meisten Menschen bei uns als natürliche Ordnung. Ein Blick über Westeuropa hinaus zeigt schnell, daß diese Vorstellung keineswegs selbstverständlich ist. Sie befindet sich zur Zeit in den meisten Teilen der Welt in der Defensive. Autoritative Ordnungen breiten sich immer mehr aus ...

Zu Dr. Kurt Fuchs

Geboren und aufgewachsen auf dem Land, habe ich zuerst Maschinenbau an der RWTH Aachen und anschließend Jura an der Uni Münster studiert. Nach dem juristischen Referendariat habe ich zuerst in einer Unternehmensberatung und dann in einem Ingenieurbüro gearbeitet, bevor ich mich 2004 als Rechtsanwalt selbständig gemacht habe. Parallel zu meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt habe ich 2015 meine Promotion in Jura abgeschlossen.

Nerd Communications – Überlebenshilfe in der Normalo-Welt Vortrag

25.09., 14:00 Uhr, Toulon (A030)
Dr. Markus Gyger

„Mein Computer versteht mich: Wenn ich die richtigen Tasten drücke, tut er genau, was ich erwarte. Menschen sind da eher . . . dysfunktional“.

Außerhalb seines natürlichen Habitats zwischen Bürostuhl und Tastatur kann die Kommunikation für den klassischen Nerd eine wahre Herausforderung sein: Mitmenschen verstehen einfachste Wirkzusammenhänge nicht, übersehen offensichtliche Fehler und treffen logisch unhaltbare Entscheidungen. Sicherlich, dieses Bild ist ein überspitztes Klischee . . . aber irgendwie haben sich viele von uns doch schon einmal so gefühlt.

Dieser Vortrag richtet sich an alle, die Auswege aus den „Nerd-Kommunikationsfallen“ kennenlernen wollen. Anhand von realen Beispielen aus dem Publikum sollen diese Fallen beleuchtet und Lösungsalternativen erarbeitet werden.

Zu Dr. Markus Gyger

Ein promovierter Physiker wie Dr. Markus Gyger bringt alles mit, was man braucht, um ein guter Nerd zu sein. Als Komunikationstrainer und systemischer Businesscoach hat er sich auf Angebote für Menschen mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund spezialisiert: Wie können Meetings so gestaltet werden, dass etwas dabei herauskommt? Wie organisiere ich mich so, dass ich die wichtigen Dinge auf die Reihe bekomme? Wie können Inhalte so kommuniziert werden, dass sie die Zuhörenden wirklich erreichen? Bei der Mind-Akademie ist er dieses Jahr zum vierzehnten Mal dabei und hat seit 2007 an jeder Akademie mit Workshops und Vorträgen, Moderationen oder im Orgateam
mitgewirkt.
Mehr Informationen unter: www.gyger-training.de

Sicher, digital und sicherlich online: Wie wandelt sich Lehre, Lernen und Kollaboration im Zuge der Digitalisierung? Können Nerds helfen? Vortrag

25.09., 14:00 Uhr, Windsor (A309)
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Dass Digitalisierung Chancen und Risiken birgt, ist eine Binsenweisheit. Ortsunabhängiges Lehren mit digitalen Hilfsmitteln und Online-Kollaboration sind schon vor Corona ein Zukunftsmodell gewesen und bekamen in der Pandemie deutlichen Schwung. Aber wohin geht es nun weiter? Der Digitalisierungsschub war überfällig, aber hat er uns in Schulen, Hochschulen und Arbeitswelt weiter gebracht? Können wir aus Fehlern lernen und innovative Konzepte entwickeln? Sind Erfolge messbar? Oder sitzt der Schock nach unzähligen Videokonferenzen mit Bild-Ton-Störungen und gescheitertem Fernunterricht mit Datenschutzkritik nun so tief, dass Rückschritte und Technologie-Pessimismus drohen? Können uns nun Technik-Nerds und Informatiker:innen retten? Ja, klar! Hört ihnen zu.

Zu Prof. Dr.-Ing. Ulrich Greveler

Ulrich Greveler studierte in Gießen und Reading (UK) Mathematik und Informatik, arbeitete sechs Jahre in der Industrie im In- und Ausland, bevor er als Wissenschaftler an die Ruhr-Universität nach Bochum wechselte. Seit 2012 lehrt er Informatik mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an der der Hochschule Rhein-Waal. Sein besonderes Interesse gilt datenschutzfördernden Technologien und dem Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre und digitaler Vernetzung. Ein persönliches Motto ist: "Immer der Erste am Buffet!"

Mensa-IQ-Test Workshop

25.09., 15:30 Uhr, Toulon (A030)
Jo Degner

Der IQ-Test findet im Rahmen der MinD-Akademie statt, ist aber öffentlich, d.h. jeder ab 14 Jahren kann nach Anmeldung an diesem IQ-Test teilnehmen.

Eine Teilnahme ist nur nach verbindlicher Anmeldung möglich. Bitte prüfen Sie, ob Sie eine entsprechende Bestätigungs-E-Mail erhalten haben!

Zu Jo Degner

Geboren 1960
Mensa-Mitglied seit 1986
Mensa-Testleiter seit 2004
Dipl.-Ing. (FH) Elektrotechnik/Energietechnik
Beruf: Planungs-Ingenieur bei einem großen Industrie-Roboter-Hersteller
Wohnort: Augsburg

Sprach- und kulturfreier Mensa-IQ-Test Workshop

25.09., 17:15 Uhr, Toulon (A030)
Jo Degner

The IQ test takes place as part of the MinD Academy, but is public, i.e. anyone aged 14 and over can take part in this IQ test after registering.

Only participants with insufficient knowledge of the German language in order to take the regular IQ-Test of Mensa in Deutschland e.V. are permitted to take this language- and culture independent IQ-Test.

A test participation is only possible after a successful application. Therefore, please check your E-Mails for confirmations!
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Der IQ-Test findet im Rahmen der MinD-Akademie statt, ist aber öffentlich, d.h. jeder ab 14 Jahren kann nach Anmeldung an diesem IQ-Test teilnehmen.

Zum Test werden nur Teilnehmer zugelassen, deren Kenntnisse der deutschen Sprache nicht ausreichen, um den regulären von Mensa in Deutschland e. V. angebotenen Test absolvieren zu können.

Eine Testteilnahme ist nur nach erfolgreicher Anmeldung möglich.

Zu Jo Degner

Geboren 1960
Mensa-Mitglied seit 1986
Mensa-Testleiter seit 2004
Dipl.-Ing. (FH) Elektrotechnik/Energietechnik
Beruf: Planungs-Ingenieur bei einem großen Industrie-Roboter-Hersteller
Wohnort: Augsburg

Den Klimawandel mit Satelliten beobachten Vortrag

26.09., 09:30 Uhr, Carl Benz
Dr. Eva Börgens

Der voranschreitende Klimawandel hinterlässt immer mehr Spuren in unserer Umwelt. Der Meeresspiegel steigt, Grönland verliert immer mehr Eismasse, Sibirien brennt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Um das globale Ausmaß des Wandels zu erfassen, greifen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mittlerweile auf Satellitendaten zurück.

Seit dem Start des ersten Landsat-Satelliten von der NASA in 1972 hat sich die Technik immer weiter verbessert, z.B. durch höhere räumliche und zeitliche Auflösung, und es wurden immer mehr Satelliten mit immer neuer Technik für verschiedensten Zwecke gebaut. Damit lassen sich eben nicht nur lokal sondern global lang- und kurzfristige Veränderungen beobachten und auch häufig quantifizieren.

Dieser Vortrag soll einen Überblick über die Möglichkeiten der Beobachtungssatelliten geben und aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zu Auswirkungen des Klimawandels präsentieren.

Zu Dr. Eva Börgens

Nach der Schule entschied ich mich, ein Fach zu studieren, das im Abibuch nur als "Geo-was bitte?" beschrieben wurde. Ja, Geodäsie, hieß früher mal Vermessungswesen. Also zog ich ins schöne Bonn, um dort und in Calgary (Kanada) Geodäsie und Geoinformation zu studieren. Dies erfolgreich beendet, dürstete es mich nach noch mehr Wissen und ich wechselte für meine Promotion an die TU München, und nun weiter als PostDoc ans Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam. Da ich nie so der geschickteste Mensch war, bot sich für mich die Satellitengeodäsie sehr an. Da konnte ich vor dem Computer sitzen bleiben und trotzdem globale, vom Klimawandel beeinflusste Phänome studieren.
Wenn ich nicht mit der Forschung meinen Wissensdurst stille, verschlinge ich seit meiner Jugend Bücher zu jedem mir in die Finger kommenden Thema. Leider bleibt dafür mittlerweile nicht mehr annähernd genügend Zeit!

MINDBOMBS. Visuelle Kulturen politischer Gewalt Vortrag

26.09., 09:30 Uhr, Kunsthalle
Dr. Sebastian Baden

RAF, NSU und IS stehen für terroristische Gruppen, deren extremistische Propaganda und politische Gewalt die bildenden Künste zu entschiedenen Reaktionen herausfordern. Die Ausstellung „MINDBOMBS. Visuelle Kulturen politischer Gewalt“ in der Kunsthalle Mannheim eröffnet eine hochaktuelle künstlerische Perspektive auf die Geschichte und politische Ikonografie des modernen Terrorismus.
Der Rundgang durch die Ausstellung greift ausgewählte Positionen heraus und stellt die Inhalte und Formate der Werke zur Diskussion.

Zu Dr. Sebastian Baden

Dr. Sebastian Baden arbeitet seit 2016 als Kurator für zeitgenössische Kunst und Skulptur an der Kunsthalle Mannheim. Er studierte Kunsterziehung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und der Literaturwissenschaft am KIT (Karlsruher Institut für Technologie) sowie Freie Kunst an der Hochschule der Künste Bern (HKB). Er war Stipendiat im Graduiertenkolleg »Bilder-Körper-Medium. Eine Anthropologische Perspektive« an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG). Zudem unterrichtete er als akademischer Mitarbeiter von Prof. Dr. Beat Wyss im Fachbereich Kunstwissenschaft und Medientheorie an der HfG Karlsruhe. 2017 wurde seine Promotion unter dem Titel »Das Image des Terrorismus im Kunstsystem« publiziert. 2013 wurde er mit dem internationalen AICA-Preis für junge Kunstkritik ausgezeichnet. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der modernen Kunstausstellung und die künstlerische Institutionskritik im Zusammenhang mit dem Kunstmarkt.

Klingonische Sprache Workshop

26.09., 09:30 Uhr, Toulon (A030)
Lieven Litaer

Klingonisch – Das ist die Sprache, die für „Raumschiff Enterprise“ erfunden wurde. Die Klingonen sind die langhaarigen, grimmig aussehenden Außerirdischen mit den Höckern oberhalb der Stirn, die aussehen wie eine Mischung aus Wikingern und Samurai. Die Sprache, die sie im Film sprechen, kann man wirklich lernen.
Sie ist eine künstlich erfundene Sprache, aber man kann sie sprechen wie jede andere auch.
Was soll das bringen? Es macht Spaß! Klingonisch lernen ist ein interessantes Training fürs Gehirn, nicht nur aus linguistischer Sicht.

Zu Lieven Litaer

Lieven Litaer ist der deutsche Experte für Klingonische Sprache und verantwortlich für das Deutsche Klingonisch-Institut, eine unabhängige Vereinigung mit dem Ziel, die Kenntnisse über die klingonische Sprache zu sammeln, zu untersuchen und weiter zu verbreiten.
Mehr unter https://klingonisch.de/

Schokoladenpapiere im Wandel der Zeiten Vortrag

26.09., 09:30 Uhr, Windsor (A309)
Dipl. Kulturwirtin Birgit Brugger

Jede Sammlung ist ein Abbild der Welt.

So kann man das Werden und Vergehen von Staaten und Unternehmen, aber auch Gesetzesänderungen, Konsumtrends und Designtendenzen aus meiner Sammlung lesen.

Eine Heranführung.

Zu Dipl. Kulturwirtin Birgit Brugger

*27.11.75
Schule für Kultur- und Kongressmanagement, Steyr
Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien Ostmitteleuropas, Passau
Notrufzentrale und Schadenregulierung, Europ Assistance München
Buchhaltung, wagnis eG München

Digital Humanities. Über Kultur und ihre Wissenschaft, wenn alles anders wird Vortrag

26.09., 11:00 Uhr, Berta Benz
Prof. Dr. Gerhard Lauer

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche der Gesellschaft, auch die Kultur und die Wissenschaft der Kultur. Musik wird aus der Cloud gestreamt, Museen stellen ihre Sammlungen online zur Besichtigung aus und Literatur wird auf sozialen Plattformen geschrieben und gelesen. Noch nie haben sich so viele Menschen an der Kultur aktiv beteiligt und wechseln leicht zwischen der Rolle der Konsumenten und Produzenten hin und her. Das alles verändert die Kultur und auch die Kulturwissenschaften. Echtzeitdaten zur kulturellen Praxis unserer Gegenwart sind in einem bis vor kurzem nicht vorstellbaren Umfang zugänglich. Ihre Analyse und Auswertung verlangt neue, auch quantitative Ansätze in den Geisteswissenschaften. Computationelle und statistische Verfahren spielen eine ganz neue Rolle. Der Vortrag stellt die verschiedenen Veränderungen vor und erklärt, warum Computer nützlich sein können, um die Literatur, Kunst und Musik besser zu verstehen.

Zu Prof. Dr. Gerhard Lauer

Gerhard Lauer ist Professor für Buchwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er hat Germanistik, Philosophie, Deutsch als Fremdsprache, Judaistik und Musikwissenschaft an den Universitäten des Saarlandes, Tübingen und München studiert. In München wurde er 1992 mit einer Arbeit zum Exil in den Wissenschaften promoviert und habilitierte sich 2000 mit einer Arbeit zu Geschichte der jüdischen Literatur in der Frühen Neuzeit. 2002 wurde er zum Professor für Deutsche Philologie an die Universität Göttingen berufen, 2017 an die Universität Basel für eine Professur für Digital Humanities geholt und 2021 auf den Johannes-Gutenberg-Lehrstuhl für Buchwissenschaft berufen. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Erforschung der Buchgeschichte und des Lesens. Von besonderem Interesse sind dabei experimentelle und computationelle Methoden, um geisteswissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten. Zuletzt erschienen ist "Lesen im digitalen Zeitalter" (2020), http://gerhardlauer.io.

Die Leber macht das Gift - Giftung in Mensch und Umwelt Vortrag

26.09., 11:00 Uhr, Carl Benz
Jan Neuhaus

Im Allgemeinen existieren sowohl im menschlichen Körper als auch in der natürlichen Umwelt verschiedenste Wege, Schadstoffe über die Zeit abzubauen oder zumindest aus dem Verkehr zu ziehen.
In diesem Vortrag soll es jedoch einerseits um jene gar nicht so seltenen Fälle gehen, in denen erst im Verlauf dieser im weitesten Sinne Stoffwechselprozesse die Schadwirkung entsteht.
Andererseits werde ich exemplarisch auf die vielfältigen Prozesse eingehen, denen gerade solche Stoffe unterliegen, deren reale oder scheinbare Unveränderlichkeit zunehmend zu Problemen führt ("forever chemicals" etc.).
Warum Alkohol intravenös nur im Ausnahmefall und Eisbärensteak grundsätzlich keine gute Idee ist, wann es auf die Größe doch ankommt, was Bauchspeck und die Polkappen gemeinsam haben und manches mehr erwartet Euch mit Galgenhumor vorgetragen in diesem Beitrag.

Zu Jan Neuhaus

Geboren 1981 in Bremen, verweigerte Jan Neuhaus den Kindergartenbesuch aus ästhetischen Gründen, besuchte verschiedene Grund- sowie eine Waldorfschule, wechselte nach der 5. Klasse aufs Gymnasium, welches er 2001 erfolgreich hinter sich ließ.
Nach einer kurzen Afrikareise studierte er Archäometrie und angewandte Naturwissenschaften an der Bergakademie Freiberg bis zur Einstellung des ersteren Studienganges.
Nach der Rückkehr aus Bolivien und Peru ein halbes Jahr später begann er eher spontan das Medizinstudium in Bonn, welches er dann trotz starker Neigung zur Archäologie, Astronomie, Biologie, Paläontologie und Prokrastination auch tatsächlich 2011 vollendete. Darauf folgte ein einjähriges Intermezzo als Grafikbastler in einem Reisebüro sowie drei Jahre als Assistenzarzt in der Akutpsychiatrie und drei Jahre in der Informationszentrale gegen Vergiftungen. Aktuell arbeitet er seit knapp drei Jahren im Blutspendewesen und studiert berufsbegleitend angewandte Umweltwissenschaften.

How To Moodle Vortrag

26.09., 11:00 Uhr, Toulon (A030)
Vanessa Vieth

Dieser Workshop ist für alle, die unsere digitale Infrastruktur im MHN näher kennenlernen möchten. Moodle vereint seit Mai diesen Jahres unser Wiki, unsere Website und einen Teil der Mailinglisten. Die ursprüngliche Lernplattform wird von Unternehmen, Verbände, Verwaltungen, Bildungsträger, Hochschulen und Schulen genutzt und dient vor allem für die Verwaltung von Nutzern, Kursen, Inhalten und Aktivitäten sowie der Dokumentation von verschiedenen Ergebnissen.

Hier wird es darum gehen, wie unser Moodle aufgebaut ist, und wie man es als Mitglied und Aktive für sich nutzen kann. Dabei geht es unter anderem um:
- den Aufbau der Kurse für die aktuellen Teams
- der Konfiguration der Kurse durch Aktive
- die Nutzung der neuen Wikis
- der Dateiablagemöglichkeiten

Zu Vanessa Vieth

Vanessa ist im Vorstand des MHN u. a. für das IT-Team zuständig.

Code und Komplexität Vortrag

26.09., 11:00 Uhr, Windsor (A309)
Sören Köser

Seit der Einführung programmierbarer Computer in den 1960ern ist die Komplexität von Software um Größenordnungen gestiegen. Damit Programmierer*innen weiterhin in der Lage sind, diese komplexen Programme zu entwickeln und zu warten, wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Technologien entwickelt, um die Komplexität bei der Entwicklung zu reduzieren und wegzuabstrahieren. Der Vortrag liefert einen historischen Überblick über diese Verfahren, betrachtet aktuelle Technologien und stellt die Frage, wie es angesichts neuer technischer Entwicklungen weitergehen wird.

Zu Sören Köser

Sören Köser, Jahrgang 1977, ist Dipl.-Wirtschaftsinformatiker und hat nach vielen Jahren als Arbeitnehmer 2020 endlich den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Algorithmen und Softwarearchitektur. Er hofft darauf, zukünftig neben seinen beiden Hauptfreizeitbeschäftigungen (7 und 2 Jahre alt) auch wieder Zeit für andere Hobbys zu haben.