MinD-Akademie 2017

Experimente

Programm der MinD-Akademie 2009

Über 50 Vorträge und Workshops werden das Akademiethema in mehreren Parallelschienen und einigen ausgesuchten Plenumsvorträgen behandeln. Das Vortragsprogramm beginnt am Donnerstag um 18.30 Uhr.
Bislang stehen folgende Programmpunkte fest:

Programm: Freiheit und Grenzen

Rahmenprogramm

Programmbeschreibungen

Flucht aus der DDR (Vortrag)

Während der Periode zwischen 1961 und 1989, in der Deutschland von der Mauer geteilt wurde, versuchten viele tausend DDR-Bürger auf unterschiedlichen Wegen in den Westen zu gelangen. Solche Vorhaben waren strafbar, schon die bloße Absicht konnte eine Gefängnisstrafe nach sich ziehen. Aus welchen Motiven entschieden sich die Menschen für die Flucht in den Westen, warum flohen vor allem junge Menschen, welche Wege benutzten sie und wie kamen diejenigen, denen die Flucht gelang, mit dem Leben in der Bundesrepublik zurecht? Das sind einige der Fragen, die in dem geplanten Beitrag angeschnitten werden sollen. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Fluchten über die "verlängerte Mauer", das heißt über die Grenzen sozialistischer Bruderländer und die Rolle von Fluchthelfern gelegt werden.

Prof. Dr. Stefan Appelius, geb. 1963, Politikwissenschaftler, Publizist. 1985 – 1989 Studium an der Universität Oldenburg (Politikwissenschaft u. Germanistik), 1987 Begabtenpreis des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kunst. 1989 Magisterprüfung. 1992 Promotion (Dr. rer.pol.), 2000 Habilitation im Fach Politikwissenschaft, 2007 Ernennung zum apl. Professor für Politikwissenschaft an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an den Universitären Potsdam und Oldenburg. Arbeitet und forscht vor allem über zeitgeschichtliche Themen. Lebt in Berlin.

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Grenzen der Freiheit - Leben in Saudi-Arabien (Vortrag)

Saudi-Arabien ist eine der letzten verbliebenen absoluten Monarchien auf dem Planeten. Und es besitzt mit dem wahabitischen Islam eine der strengsten Staatsreligionen. Was bedeutet das für die Bevölkerung und für Gäste? Wie lebt man dort, was sind die Unterschiede zum Leben in Europa? Welche persönlichen Freiheiten gibt es dort, wo sind die Grenzen? Und welche der Grenzen werden ernst genommen oder von wem und wie umgangen? Geplant ist eine Vorstellung meiner Beobachtungen (nein, kein Dia-Abend) in Saudi-Arabien mit ausführlicher Diskussion mit den Teilnehmern.

Timm Bauten hat Physik an der RWTH Aachen studiert. Nach einigen Jahren als Ingenieur ist er in die Unternehmensberatung zu Bain & Company gewechselt. Heute arbeitet er als Projektleiter bei Platinion, der IT-Strategie-Tochter der Boston Consulting Group. Neben Projekten in Deutschland und im europäischen Ausland war er Ende 2008 / Anfang 2009 auch auf einem mehrmonatigen Projekt in Saudi-Arabien eingesetzt.

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Das Leib-Seele-Trilemma - Freiheit vs. Determinismus - Lösungsansätze

Die Frage, ob es einen freien Willen gibt, in einer Welt, die als kausal determiniert gedacht wird, ist eine Frage, die (wenn auch in anderer Formulierung) zu den philosophischen Klassikern gehört. Dieser Vortrag soll hierbei zunächst eine Klärung der Begriffe Freiheit, Kausalität etc. bringen und eine Konkretisierung des Problems (bzw. eine Lokalisierung des Widerspruchs) darstellen, um anschließend eine Übersicht über verschiedene Ansätze zu liefern, wie dieser Widerspruch aufgelöst werden kann. Vermutlich wird jeder, der sich über dieses Thema seine Gedanken gemacht hat, sich selbst in der ein oder anderen Position wiederfinden und seine eigene Position rational be- und durchleuchtet sehen.

Vanitas Berrymore, Philosophiestudium an der Hochschule für Philosophie in München (Abschluss 2007), Grundstudium Theoretische Linguistik an der LMU München (Abschluss 2005), Zusatzstudium der Sozialwissenschaften ebenfalls an der Hochschule für Philosophie (Abschluss 2009); Fachschwerpunkt des Hauptstudiums war Wissenschaftstheorie, derzeit in der Promotion befindlich im Bereich Wissenschaftstheorie; Magisterarbeit zur Paradigmentheorie; Arbeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der betriebswirtschaftlichen Fakultät der LMU

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Der Traum vom Fliegen

Die Freiheit über den Wolken hat jede Menge technischer Wunder, historischer Heldentaten, tragischer Ereignisse und kurioser Anekdoten hervorgebracht. Darüber wird in diesem Vortrag in lockerer Folge geplaudert. Daneben gibt es endlich Antworten zu den bewegendsten Fragen aus Privat- und Großfliegerei, wie: Fliegt das Ding auch wirklich? Warum eigentlich? Dauerhaft? Was mache ich bei Fischvergiftung? Wo bin ich? Wann schießt Schäuble mich ab?

Jaroslav (Jaro) Blaha, geboren in der Tschechoslowakei und aufgewachsen in Bayern, hat als Offizier der Luftwaffe seine Laufbahn begonnen, Informatik und BWL studiert, und viele Jahre als Projektleiter und Chefarchitekt für die NATO in Holland und Belgien gearbeitet. Seit 2002 ist er als Manager und Berater für multi-nationale IT-Großprojekte selbstständig. Seine nicht vorhandene Freizeit verbringt er in Cocktailbars, auf Konzerten, beim Privat-Fliegen im überfüllten europäischen Luftraum, oder bei der bewaffneten Jagd nach kleinen weißen Bällen.

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Befreit die Zuhörer! Wissenschaftlich Vortragen abseits ausgetretener Pfade (Vortrag)

Wer kennt das nicht: Der Titel des Vortrags hört sich interessant an. Du sitzt gespannt im Zuschauerraum. Nach kurzer Zeit fragst du dich: Worum geht es eigentlich genau? Dann: Was geht mich das eigentlich an? Und schließlich: Wie schaffe ich es bloß, wach zu bleiben? Erlebnisse dieser Art sind bei der MinD-Akademie selten, doch in Seminaren und auf Fachkongressen gang und gäbe. Die wissenschaftlichen Inhalte sind korrekt, die Folien lesbar, der Aufbau ist logisch, kurz: alles entspricht den Regeln der Standardratgeber. Und doch: Den Zuhörer lassen die Ausführungen kalt. Dabei ist es gar nicht so schwer, mit einer Präsentation sein Gegenüber zu erreichen - man muss sich nur die Freiheit nehmen, auch einmal abseits der ausgetretenen Pfade zu wandeln. Aus der Perspektive der selbst-noch-Lernenden möchte ich Euch einladen, Euch anstecken zu lassen vom Spaß am Präsentieren und neue, kreative Möglichkeiten des Vortragens auszuprobieren.

Christine Blome, geb. 1978, ist Forschungspsychologin und Statistikerin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Dort untersucht sie die Versorgungssituation von Hautpatienten, entwickelt Methoden zur Ergebnismessung aus Patientenperspektive und hält Vorträge auf Fachkongressen. Zurzeit plant sie das Forschungs- und Fortbildungsprogramm "PRESENT - Communicating Science with Papers, Poster, Presentations". Inspiration für dieses Herzensthema liefern ihr unter anderem der moderne argentinische Tango und ihre kleine Familie.

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Was Freiheit braucht und was nicht (Vortrag)

Freiheit, im Sinne von echter Willensfreiheit, braucht nicht nur spontanes Handlungsvermögen der Person und die Veränderlichkeit unserer physischen Körperzustände in Abhängigkeit von Qualifikationen, die nur unsere Gedanken, nicht aber körperliche Vorgänge (wie z.B. Neuroprozessen) haben können, sondern sie braucht drittens auch die Wahrheit der These, dass wir im Augenblick des Wollens und Handelns /anders gekonnt hätten/, als wir tatsächlich tun. Der Vortrag macht in Beziehung auf dieses dritte plausibel, dass solche alternativen Möglichkeiten auch dann bejaht werden können, wenn der freie Wille der Person nicht, wie z.B. Kant meinte, aus den kausalen Zusammenhängen der des übrigen Weltgeschehens ausgenommen wird. - Freier Wille braucht insofern /nicht /die empirische Unbedingtheit unseres Willensvermögens.

Prof. Dr. phil. Thomas Buchheim, geb. 1957, Professor der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Geschäftsführender Herausgeber des Philosophischen Jahrbuchs der Görresgesellschaft. Mitglied der Schelling-Kommission und Mitherausgeber der historisch-kritischen Schellingausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Werdegang: Studium der Philosophie, Gräzistik und Soziologie in München, 1993-99 Professor für Philosophie in Mainz; seit 2000 Ordinarius an der LMU in München. Wichtigste Buchveröffentlichungen: Die Sophistik als Avantgarde normalen Lebens, Hamburg (1986); Eins von Allem. Die Selbstbescheidung des Idealismus in Schellings Spätphilosophie, Hamburg (1992); Die Vorsokratiker. Ein philosophisches Porträt, München (1994); Aristoteles, Freiburg (1999); Unser Verlangen nach Freiheit, Hamburg (2006).

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Extreme Armut: Die Grenzen der Freiheit in unserer Welt (Vortrag)

In der unseren Welt erzwingt extreme Armut die bei weitem größte Beschränkung individueller Freiheit, da sie vielen Menschen eine autonome Lebensführung verwehrt. In dieser Welt, in der 1% der Weltbevölkerung über 40% des weltweiten Vermögens verfügt, sterben täglich armutsbedingt 50 000 Menschen, über die Hälfte von ihnen Kinder. Mindestens eine Milliarde Menschen leben in solch bitterarmen Verhältnissen, dass ihr ständiger Überlebenskampf ein Leben in Freiheit, ein menschenwürdiges Leben, unmöglich macht. Da auch wir in genau dieser Welt leben, möchte ich in meinem Vortrag die Weltarmutskatastrophe darlegen und eine mögliche Antwort darauf geben, in welchem Verhältnis wir zu dieser stehen und welche Pflichten zur Hilfe uns erwachsen.

David Ewert, geb. 1983, studierte Mathematik, Philosophie und BWL in Stuttgart und Hong Kong. In seiner Dissertation zum Thema "Ethik der Ferne" am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart beschäftigt er sich unter anderem mit der Frage zur individuellen und institutionellen Verantwortung im Rahmen der Weltarmutskatastrophe. Er ist Mitglied von Mensa und MHN.

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Die Finanzkrise - wie zu große unternehmerische Freiheiten (und unzureichende Statistikkenntnisse) die Weltwirtschaft an den Abgrund brachten (Vortrag)

Die Finanzkrise von 2008 hat neben den wirtschaftlichen Folgen viel Wut erzeugt - es scheint, dass die Akteure in der Finanzbranche alle unfähig oder gierige Betrüger sind, oder beides. Mag dies in Einzelfällen auch zutreffen, so gibt es doch tiefere Gründe für die Krise: Viele Errungenschaften unserer Zivilisation haben das Leben fundamental verbessert und sind unverzichtbar geworden, können aber gleichzeitig großen Schaden anrichten. Man denke z.B. an Feuer, Messer, Sprengstoff oder Medikamente. Es ist sehr schwierig, die Nutzung dieser Dinge weitgehend zu erlauben und gleichzeitig ihren Missbrauch weitgehend zu verhindern. Die Entscheider über FREIHEIT und GRENZEN sind hier in einem Dilemma und müssen die Regeln/Gesetze oft permanent nachjustieren. Und so gibt es auch in der modernen Geldwirtschaft viele Elemente, die gleichzeitig Segen und Fluch sein können und demzufolge diesem Wechselspiel aus Liberalisierung und Regulierung unterliegen. Der Vortrag wird einige von ihnen erläutern und klar machen, dass die heutigen Probleme primär struktureller Art und nicht die individuelle Schuld Einzelner sind. Ausführlich eingegangen wird zudem darauf, wie Risiken in der Finanzwirtschaft strukturiert werden. Dies wird in den meisten Darstellungen zur Finanzkrise vornehm übergangen - wohl weil es mit Mathematik zu tun hat. Der Vortrag wird diese Lücke schließen - und dabei allgemeinverständlich bleiben. Man braucht nämlich keinerlei Statistikkenntnisse, sondern nur ein gewisses Interesse an Zahlen, um intuitiv zu verstehen, wie die Diversifikation von Risiken funktioniert, und wie nützlich / gefährlich / schwierig / frustrierend / spannend sie ist.

Michael Fackler stammt aus einer Allgäuer Musikerfamilie und hat in München und Pisa Mathematik studiert. Er ist freiberuflicher Aktuar (geprüfter Versicherungsmathematiker). In langjähriger Tätigkeit bei Rückversicherungen musste er regelmäßig Risiken kalkulieren, die so strukturiert sind wie die in der Finanzkrise massenhaft wertlos gewordenen Kreditportfolios, und hat gelernt, was dabei schief gehen kann, worauf man achten sollte, und welcher Art Produkte (und Geschäftspartner) man besser aus dem Weg gehen sollte. Michael Fackler ist seit 1988 bei Mensa. Für den Verein und für MHN ist er vor allem aktiv als Referent und Organisator von Vorträgen, daneben hat er die Endredaktion von Tagungsbänden der MinD-Akademien übernommen.

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Evolutionäre Religionswissenschaft - Wie frei bin ich, religiös zu sein? (Vortrag)

Der Siegeszug der Evolutionstheorie von Charles Darwin in den letzten 150 Jahren war beispiellos, und trotz erbitterten Widerstandes vor allem seitens der Kirche, unaufhaltsam. In den letzten Jahren ist nun sogar versucht worden, deren ureigenste Bastion anzugreifen - indem das Phänomen des religiösen Glaubens selbst evolutionär erklärt werden soll. Aus erklärungstheoretischer Sicht ist dies insofern bemerkenswert, als hier Erklärungsmodelle auf einen Bereich angewendet werden, der eine solche Vorgehensweise für den eigenen Bereich ablehnt. Was gibt es für Befunde aus den Naturwissenschaften zu dem Phänomen Religion und Religiosität? Aktuelle evolutionsbiologische Belege und Theorien werden dargestellt und systematisiert. Schließlich wird auch die Frage näher beleuchtet, wie sich ein naturwissenschaftlicher Zugang überhaupt zu Phänomenen wie Glaube, Religiosität oder Mystik verhält.

Dr. Ulrich Frey hat in Regensburg und Freiburg Philosophie und Englisch studiert. Nach einer Tätigkeit als Systemadministrator promovierte er in Braunschweig bei Prof. Dr. Dr. Vollmer über das Thema "Der blinde Fleck - Kognitive Fehler in der Wissenschaft und ihre evolutionsbiologischen Grundlagen". Zur Zeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Voland in Gießen im Bereich Biophilosophie. Für seine Firma ist er als Berater und Dozent (Philosophie, IT, Kreativität) tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Wissenschaftstheorie, Fehlerforschung, Evolutionären Psychologie und Erkenntnistheorie, Kreativität in der Wissenschaft (Anwendung von TRIZ) und common goods-Problemen.

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Freiheit, Informationssicherheit oder Datenschutz: Müssen wir uns entscheiden? (Vortrag)

Die Durchsetzung von Informationssicherheit, digitalen Rechten und Datenschutz beschränkt die Nutzer informationstechnischer Systeme in ihrer Freiheit. Müssen wir uns entscheiden, ob wir mehr Freiheit oder mehr Schutz wollen? Ist es vorstellbar, dass der weitgehende Verzicht auf Datenschutz in einer modernen Informationsgesellschaft erst die Freiheit ermöglicht, die von der Netzcommunity angestrebt wird? Der Vortrag geht auf diese Fragestellungen ein und setzt sich kritisch mit den technischen und politischen Kompromissen, die einen Ausgleich verschiedener Interessen anstreben, auseinander.

Prof. Dr.-Ing. Ulrich GrevelerJahrgang 1972, ist Professor für Informatik am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Fachhochschule Münster und leitet dort das Labor für IT-Sicherheit. Er publiziert zu den Themen Informationssicherheit, technischer Datenschutz, Kryptographie und Durchsetzung digitaler Rechte. Nach dem Studium in Gießen und mehrjähriger Industrietätigkeit forschte und promovierte er an der Ruhr-Universität Bochum.

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Grenzenlose Freiheit - Virtuelle Realität (Vortrag)

Nach dem Hype durch einige Kinofilme in den 80er Jahren hat sich die Virtuelle Realität von der bloßen Spielerei zur ernsthaften Anwendung entwickelt und drängt in immer mehr Bereiche des täglichen Lebens vor. Mit der anfänglichen Utopie der "grenzenlosen Freiheit", wie man sie auch noch aus aktuellen Hollywoodfilmen kennt, hat die heutige Virtuelle Realität allerdings meist wenig gemein. Die Einschränkungen der "Freiheit" der Virtuellen Realität haben dabei häufig nicht nur einen rein technischen Ursprung, sondern ermöglichen erst eine (soziale) Interaktion oder ein gemeinsames Arbeiten. In dem Vortrag werden daher sowohl technische als auch soziale Aspekte der Virtuellen Realität und ihrer vermeindlich grenzenlosen Freiheit diskutiert.

Prof. Dr. Michael Guthe, geboren 1976 in Castrop-Rauxel. 2000 Diplom in Informatik an der Universität Tübingen, bis Ende 2001 Programmierer bei Ascaron SPV. 2005 Promotion in Informatik (Computergrafik) an der Universität Bonn. Seit Anfang 2007 Juniorprofessor für praktische Informatik (Grafik und Multimedia Programmierung) an der Universität Marburg.

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Hummeln, Schmetterlinge und das Gesetz der zwei Füße... Open Space auf der Mind-Akademie 2009!

Open Space wurde 1985 von Harrison Owen erfunden, der beobachtet hatte, dass die kreativsten und produktivsten Phasen seiner Seminare die Kaffeepausen zwischen den Seminareinheiten waren. Die Moderationsmethode ist daher angelehnt an eine überdimensionierte Kaffepause, die, wie der Name schon sagt, einen offenen Raum für Austausch und voneinander Lernen bietet. Das ganze funktioniert mit 12 bis 2000 Teilnehmenden, die selbstorganisiert und selbstverantwortlich ihre Anliegen gemeinschaftlich bearbeiten können. Es werden keine einzelnen Themen im Vorfeld vorgegebenen oder Redner/innen bestimmt. Jede/r kann ein Anliegen, das ihr/ihm besonders wichtig ist, bearbeiten und vorantreiben. Das "Gesetzt der zwei Füße besagt, dass jede/r eigenverantwortlich kommen und gehen kann, wann er/sie es für richtig hält und wohin er/sie will. Methaphorisch nimmt man dabei die Rollen von Hummeln und Schmetterlingen ein, erstere arbeitsam und fleißig, tragen zu verschieden Gruppen wichtige Inhalte bei und letztere flatterhaft und schön, schwirren von Gruppe zu Gruppe, schauen zu oder treffen sich auf dem Gang um sich dort mit anderen Schmetterlingen auszutauschen – beide befruchten die Gruppen durch Ideen und Dynamik. Ziel ist es gegen Ende der Mind-Akademie allen Teilnehmenden ein Forum zu bieten, um sich über Gelerntes und Erfahrenes nochmal auszutauschen. Themen, die euch während der Akademie wichtig waren können noch einmal zu diskutieren werden, Dinge, von denen ihr denkt, dass sie zu kurz gekommen sind, wird Raum gegeben. Die konkreten Themen werden wir vor Beginn bereits sammeln, so dass sich jede/r die/der möchte einbringen und informieren kann. Weiter Informationen zu der Methode findet ihr z.B. unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space

Markus Gyger, M. Sc., studierte von 2001 bis 2006 im englischsprachigen "International Physics Study Program an der Universität Leipzig. Seit Februar 2007 promoviert er an derselben Universität in der Abteilung für Physik der weichen Materie. Seit 2002 ist Markus Gyger ehrenamtlich in der politische Bildungsarbeit tätig. Sein Schwerpunkt ist dabei die Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung und für Demokratie und Toleranz. So war er maßgeblich an der Entstehung von "Voice" – der Leipziger Kinder- und Jugendvertretung beteiligt, moderierte Seminare und Zukunftswerkstätten auf der Kinderrechtetagung der Stadt Leipzig und für die Friedrich Ebert Stiftung und führte eine Reihe von Projekttage an Schulen und Berufsschulen im Rahmen des Netzwerkes für Demokratie und Courage und der DGB Berufschultouren durch. In den Schuljahren 06/07 und 07/08 betreute er im Rahmen des Projektes LERS – Langfristig engagiert gegen Rassismus an unserer Schule - eine Gruppe von Schüler/innen einer Leipziger Mittelschule.

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Die Grenzen des freien Erfinders sowie die Freiheiten und Grenzen des Erfindens und Vermarktens (Vortrag)

Der Vortrag handelt über eine Unternehmensentstehung unter regelwidrigen und aussergewöhnlichen Umständen. Von der Idee und deren Erforschung am Küchentisch und im Keller angefangen bis zur Patentanmeldung und Produktreife. Dabei wird ebenso die Entwicklung eines Erfinders zum Unternehmer verfolgt , wie Verhandlungen mit Behörden, Unternehmen und potentiellen Geschäftspartnern oder auch dubiosen "Angeboten. Geschäftspartnersuche mit deren Risiken, Lizenzverhandlungen, Geschäftsplanentwicklung und die Teilnahme an zahlreichen Businessplanwettbewerben und Innovationswettbewerben auf Messen. Eine Odyssee durch Grenzen der Bürokratie, Willkür, ungeschriebene Gesetze und Regeln (in Banken, bei Wettbewerben und anderswo), die neben Kundeninterresse und der eigentlichen ursprünglichen Idee zur Produktentwicklung kennengelernt und bewältigt werden mussten. Die Erfinderin, die zunächst als Einzelperson in kein Konzept passte, hat es geschafft sich in Wettbewerben gegen viele Konkurrenten durchzusetzen und mit ihrer Innovation zahlreiche nationale und internationale Preise gewonnen. Von einer die Auszog um eine Unternehmerin zu werden und dabei das fürchten lehrte (und lernte) ... Eine praxisnahe Schilderung von der Improvisation des Abenteuers zur Profession einer Unternehmung, wie sie lebhafter und origineller nicht sein könnte.

Katja Hardenfels 1970 in Hamburg geboren. Seit 1988 Erfahrungen mit eigenen Ideen, Entwürfen und Entwicklungen. Seit 1991 Erfahrungen mit Geschmacksmustern und gewerblichem Schutz von Ideen auf dem Markt. Seit 1992 eine Entwicklung, die schließlich zur Patentanmeldung führte. Heute ist sie vielfache Preisträgerin mit nationalen und internationalen Auszeichnungen u.a. der weltweit höchste Preis der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) für "beste Erfindung einer Frau (Genf 2000, Brüssel 2004).

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Sklaverei im antiken Rom und Wege zur Freiheit (Vortrag)

In der römischen Antike war das Gut der Freiheit keineswegs selbstverständlich. Vielmehr konnten die Menschen auf verschiedene Arten, wie z.B. Kriege oder einfach nur Überschuldung, in die Sklaverei geraten. Hierbei kamen sie in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen zum Einsatz, wovon die Wirtschaft in einem Ausmaß profitierte, das gar nicht hoch genug anzusetzen ist. Aber durch mehrere Möglichkeiten der Freilassung bestand für die Sklaven die Chance, ihrem Schicksal zu entrinnen. Außerdem wurden bei bestimmten religiösen Festen für kurze Zeit die gesellschaftlichen Rollen und Zwänge, auch die der Sklaven, aus den Angeln gehoben, wodurch auch sie sich einmal im Jahr frei fühlen konnten. Dieses Phänomen fand sogar einen Widerhall in der lateinischen Literatur.

Sandra Hartl, geboren 1981 in Barcelona, studiert in Bamberg Latein, Englisch und Altgriechisch auf Lehramt Gymnasium und Magister. Ihre Schwerpunkte im Studium sind antike Philosophie, die augusteische Klassik, vor allem Horaz und Vergil, sowie die römische Komödie. Außerdem arbeitet sie am Lehrstuhl für Klassische Philologie, wo sie mit der Überarbeitung wissenschaftlicher Publikationen betraut ist. Vor dem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Rechtspflegerin und arbeitete als solche am Amtsgericht Bamberg und am Zentralen Mahngericht in Coburg.

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Was ist eine Grenze? (Vortrag)

In meinem Vortrag werde ich die Frage nach dem Wesen und den Eigenschaften von Grenzen aus kulturanthropologischer Sicht beleuchten. Hierbei geht es nicht nur um räumliche, sondern auch um zeitliche, soziale, disziplinäre und kategoriale Grenzen. Meine Überlegungen und Fragen gehen in folgende Richtung: Grenzen gehören immer mindestens Zweien, die sie voneinander trennen. Zugleich stellen sie Austauschzonen zwischen diesen Nachbarn dar. Grenzen erzeugen Ordnung, ihnen wohnt eine Art von Ordnungsenergie inne. Sind Grenzen kulturelle Konstruktionen oder existieren auch natürliche Grenzen? Was bedeutet Grenzverletzung und warum ist das Niemandsland nicht geheuer?

Prof. Dr. Andreas Hartmann ist in Freiburg, im Grenzland zum Elsaß und der Schweiz aufgewachsen. Dort hat er die Fächer Volkskunde, Ethnologie und Musikwissenschaft studiert. In Göttingen war er Hochschulassistent und hat zwischen 1987 und 1989 gemeinsam mit Sabine Künsting den Alltag an der deutsch-deutschen Grenze studiert (Grenzgeschichten. Berichte aus dem deutschen Niemandsland: Frankfurt: S. Fischer 1990). Weitere Stationen waren Berlin, Bamberg, Hamburg und schließlich Münster, wo er seit 1997 Professor für Volkskunde/Europäische Ethnologie ist. Zur Zeit betreibt er wieder Feldforschung in einem Grenzland - dort, wo Thailand, Laos und Kambodscha aneinander grenzen.

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Freiheit und Brainreading - Ist wissenschaftliches "Gedankenlesen" möglich? (Vortrag)

Kann man allein auf der Basis der aktuellen Gehirnaktivität einer Person bestimmen, was sie gerade denkt und fühlt? In diesem Projekt wird erforscht, wie man die Gedanken einer Person mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) dekodieren und vorhersagen kann. Die Grundidee ist dass jeder Gedanke mit einem charakteristischen Aktivierungsmuster im Gehirn einhergeht, das als Signatur verwendet werden kann, wann dieser Gedanke aufkommt. Trainiert man einen Computer darauf, diese Muster zu erkennen, wird es möglich die Gedanken einer Person allein aus der Hirnaktivität auszulesen. Solches "Gedankenlesen" as der Hirnaktivität kann Aufschluss darüber geben wie das Gehirn Information neuronal kodiert. Die Idee ist, dass man die Gedanken nur dann richtig entschlüsseln kann, wenn man den richtigen Kode gefunden hat. So konnten wir zum Beispiel zeigen, wie Absichten im Gehirn kodiert sind bereits mehrere Sekunden bevor sie das Bewusstsein erreichen. Diese Forschung hat auch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, wie etwa in der Lügendetektion, in der Steuerung von Computern und künstlichen Prothesen mittels der Hirnaktivität von Patienten, oder auch (allerdings mehr umstritten) in der Marktforschung.

Prof. Dr. John-Dylan Haynes studierte Psychologie an der Universität Bremen, wo er 2003 auch promovierte. Nach Forschungsaufenthalten in Plymouth und London ist er seit 2006 Professor für "Theorie und Analyse weiträumiger Hirnsignale" am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin. Ausserdem leitet er eine Arbeitsgruppe "Aufmerksamkeit und Bewusstsein" am Max Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. In seiner Forschung verwendet er moderne Bildgebungsverfahren um herauszufinden, wie bewusste Erlebnisse in der Hirnaktivität kodiert sind.

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Die kleine Freiheit der Fliege (Vortrag)

Was sein wird, steht heute noch nicht fest. Die Zukunft ist offen. Anfänge von etwas Neuem finden immer wieder statt. Freiheit ist real. Wir können dies oder das tun. Subjekte sind durch einen hohen Grad von Autonomie ausgezeichnet, die ihnen ein ‚Selbst' verschafft und ihre Identität ermöglicht. Wenn nach Kant frei handelt, wer aus eigenem Antrieb tut, was getan werden muss, dann haben nicht nur wir Menschen sondern auch Tiere ein beschränktes Maß an Freiheit. (Mit Beispielen aus der Verhaltensforschung an Fruchtfliegen.)

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Heisenberg, geb. 1940 in München, hat Chemie und Biochemie an der Universität Tübingen studiert und in Tübingen promoviert. Nach Forschungsaufenthalten am Californian Institute of Technology, am Max Planck Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und an der University of Utah in Salt Lake City hält er seit 1975 den Lehrstuhl für Genetik und Neurobiologie an der Universität Würzburg. Gastprofessuren führten ihn ans California Institute of Technology und an die University of Iowa. Martin Heisenberg ist Mitglied u.a. der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. 2006 erhielt er die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille und 2009 den Ehrendoktor der Université Paul Sabatier in Toulouse.

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Freiheit trotz Verantwortung (Vortrag)

Die Finanzkrise, der Klimawandel oder Massenentlassungen – immer mehr Probleme der modernen Gesellschaft werden auf einen Mangel an Verantwortungswahrnehmung bestimmter Akteure zurückgeführt. In der Konsequenz scheint die vermehrte Einforderung von Verantwortung der universelle Lösungsmechanismus eben dieser Probleme zu sein. Tatsächlich wird Verantwortung jedoch immer weniger wahrgenommen. Vertreter traditioneller Verantwortungskonzeptionen reagieren darauf mit Moralismus und der Einforderung von Verantwortung mit Zwang. Verantwortung wird auf diese Weise gegen individuelle Freiheit ausgespielt und ist daher konzeptionell schon auf eine freiheitsbeschränkende Wirkung angelegt. Positionen, die individuelle Freiheit und Verantwortung als grundsätzlich gegensätzliche Konzepte verstehen, werden aber der Problemstruktur der modernen Gesellschaft nicht gerecht: Bestenfalls laufen Verantwortungszuweisungen ins Leere, schlimmstenfalls werden die Probleme dadurch weiter verstärkt. Eine ökonomische Rekonstruktion des Konzepts eröffnet hingegen die Perspektive eines Verantwortungsverständnisses unter der Prämisse der individuellen Klugheit, nicht der des Zwangs.

Dominik Heiß, Dipl.-Kfm., M.A., studierte Philosophie in München und London sowie Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Derzeit promoviert er an der Ludwig-Maximilians-Universität München am Lehrstuhl für Philosophie und Ökonomik über das Konzept von Verantwortung unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft.

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Die Qual der Wahl - Macht zuviel Freiheit unglücklich? (Vortrag)

Wir erhielten in den letzten Jahrzehnten immer mehr Wahlmöglichkeiten. Diese führen zu drei negativen Effekten: blockierende Lähmung, schlechtere Entscheidungen, und eine latente Unzufriedenheit. Der Vortrag hilft ihre Entscheidungsgewohnheiten zu überdenken und leitet an kluge Entscheidungen zu fällen.

Dr. Stefan Horbelt promovierte im Bereich Bildkommunikation und Medizintechnik, gründete zwei Start-Ups und absolvierte einen MBA. Zurzeit ist er aktiv im Finanzbereich in Zürich und ist Vorstandsmitglied von Mensa Schweiz, verantwortlich für Marketing, Loc-Secs und Events.

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Fördert freies Kopieren die Kreativität?

Verlustfreies Kopieren und Vernetzung lassen die Grenzkosten der Versorgung mit Medien-Inhalten unbedeutend werden. Der Wunsch, an den Darbietungen der besten und populärsten Künstler teilzuhaben, gibt deren Werken dadurch eine extreme Verbreitung. Andere, möglicherweise ebenso talentierte und gute, aber weniger bekannte Künstler werden dadurch verdrängt. Ihre Darbietungen finden deutlich weniger Verbreitung, als es ihrer Qualität entspräche. Dies führt zu einer extremen Verzerrung der Verbreitung und damit - solange Kopien käuflich erworben werden müssen - der Einnahmen der Künstler. Eine kleine "Oberschicht" erhält die überwiegende Mehrheit der Einnahmen, die meisten dagegen zu wenig, um von ihrer Kunst zu leben. Wenn man die Weitergabe von Kopien nicht künstlich behindert und kriminalisiert, generiert sie keine Einnahmen. Da der Hauptteil der Einnahmen an Vermittler geht und für Werbung verwendet wird, wird die Marktverzerrung reduziert. Dadurch fallen auch die Einnahmen der Künstler geringer aus. Ich postuliere, daß durch Eintrittsgebühren für Live-Auftritte, Lesungen, Sportveranstaltungen usw. genug Einnahmen verbleiben, um die Künstler weiterhin ihre Kunst ausüben zu lassen. Kurz: Einnahmen werden nur noch dort erzielt, wo eine unbegrenzte Ausweitung des Publikums zu verschwindenden Grenzkosten nicht möglich ist. Ich postuliere auch, daß Medieninhalte weiterhin produziert werden, um Werbung für die Veranstaltungen zu machen, aus denen Einnahmen erzielt werden können. Die Produktionskosten für Tonträger oder Bücher sind durch die Digitalisierung ebenso gefallen wie die Kopierkosten, so daß ein unbegrenztes Kopieren und Weitergeben nicht deren Produktion stoppen wird. In Folge sollte sich das Angebot und die Vielfalt der Darbietungen ausweiten, da nun eine bessere Chancengleichheit besteht und der Mechanismus, wonach einige wenige Künstler die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen, außer Kraft gesetzt wird.

Peter Kämpf hat in Aachen, Braunschweig und am MIT (Boston, MA) Luft- und Raumfahrttechnik studiert und schon einigen Flugzeugen in die Luft geholfen. In diesem Jahrtausend hat er jedoch seinen Arbeitsschwerpunkt auf die Entwicklung von Schreibgeräten bei einer sehr innovativen Firma des deutschen Mittelstands verlegt, und dort hat er viel mit Schutzrechten zu tun.

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Free your feet! (Tanzworkshop)

Paarweise und nach Noten fegen wir das Parkett!

Andreas Klik hat nach seinem BWL-Studium zunächst als strategischer Unternehmensberater gearbeitet. Später wechselte er zur Erforschung energiewirtschaftlicher Fragen und zwischenmenschlicher Phänomene an die Universität zurück. Aktuell unterrichtet er an einer Hamburger Schule Wirtschaftsfächer auf Englisch, tanzt aber nebenberuflich auch auf anderen Hochzeiten. Als Tänzer hat Andreas in über 15 Jahren zahlreiche Shows und Turniere in der S-Klasse hinter sich gebracht. Spezialisiert ist er auf Salsa (New York Style, L. A. Style) und die Manager Moves. Noch länger allerdings beschäftigt ihn die Frage, wie man praktisch jede natürliche Grenze - scheinbar - überwinden kann.

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Grenzenlose Freiheit (Zauberworkshop)

Wir zaubern mit alltäglichen Gegenständen.

Andreas Klik hat nach seinem BWL-Studium zunächst als strategischer Unternehmensberater gearbeitet. Später wechselte er zur Erforschung energiewirtschaftlicher Fragen und zwischenmenschlicher Phänomene an die Universität zurück. Aktuell unterrichtet er an einer Hamburger Schule Wirtschaftsfächer auf Englisch, tanzt aber nebenberuflich auch auf anderen Hochzeiten. Als Tänzer hat Andreas in über 15 Jahren zahlreiche Shows und Turniere in der S-Klasse hinter sich gebracht. Spezialisiert ist er auf Salsa (New York Style, L. A. Style) und die Manager Moves. Noch länger allerdings beschäftigt ihn die Frage, wie man praktisch jede natürliche Grenze - scheinbar - überwinden kann.

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Freiraum-Klänge zum Thema "Freiheit" (Workshop)

Über Freiheit sprechen ist eines. Freiheit erleben etwas anderes. Mit Klängen und wenigen Worten möchte ich Freiheit erlebbar erklären. Die Freiheit in sich selbst hörbar machen und in ihrem Kontrast zum Behaftetsein in Struktur. Und das auf eine freie Weise, sprich eher persönlich und frei von irgendwelchen Zwängen einer Wissenschaftlichkeit oder einer Vortragsform. Dabei wird Euch auch Freiraum geboten, Euch und Euren Gedanken freien Lauf zu lassen. Sie sich frei entwickeln zu lassen. Natürlich sind alle Klänge frei improvisiert.

Dr. Jörg Kunze ist in der Schweiz gebürtiger Deutschösterreicher und lebt im Großraum Hamburg. Er ist promovierter Physiker und spielt mit Unterbrechungen seit fast dreißig Jahren Klavier. Und das in den letzten Jahren vorwiegend frei.

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Stereotype – die unfreiwilligen Entscheidungshilfen

"Der kann das nicht, das sehe ich ihm an der Nasenspitze an." Mal ganz ehrlich: Kann man jemanden allein aufgrund seiner Nase richtig einschätzen? Die allermeisten werden diese Frage wohl verneinen und trotzdem veranlasst uns die Nase des Gegenübers, sein Gesicht, seine Stimme oder auch seine gesamte Erscheinung dazu, ihn in eine Schublade zu stecken. Von diesem ersten Eindruck und der Kategorisierung hängen Sympathie und oftmals wichtige Entscheidungen ab. Und trotzdem können wir uns nicht gegen das Schubladendenken wehren – oder doch? Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die sozialpsychologische Welt der Stereotype mit prägnanten Beispielen. Geeignet für alle, die wissen wollen, was "Vorurteil" auf psychologisch heißt.

Sara Köser, Jahrgang 1983, studierte in Heidelberg und ist Diplom-Psychologin. In ihrer Diplomarbeit untersuchte sie den Einfluss von Geschlechtsstereotypen bei der Personalauswahl. Ab 2010 wird sie voraussichtlich in Trondheim über geschlechtergerechte Sprache promovieren.

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Mechanismen zur Steigerung der Freiheit der Hochschulbewerberber und der Hochschulen

"Lange Zeit hat die ZVS die Hochschulbewerber den Hochschulen zugeteilt. Die Hochschulen waren unzufrieden mit dem System der ZVS, weil sie mehr Freiheiten bei der Wahl der Hochschulbewerber haben wollten. Gleichzeitig durften viele Hochschulbewerber nicht zu den Hochschulen, zu denen sie wollten, obwohl die Hochschulen diese Hochschulbewerber wollten. Inzwischen gibt es einen Trend hin zur eigenständigen Auswahl der Bewerber durch die Hochschulen. Warum war die ZVS in der Vergangenheit so wenig erfolgreich? Woran kann man das erkennen? Warum hat auch das jetzige System der Auswahl durch die Hochschulen viele Mängel? Es wird ein praktikabler und im Ausland bereits erprobter Lösungsansatz aus dem Bereich der Bildungsökonomie vorgestellt, mit dem eine effiziente Allokation erzielt werden könnte.

Daniel Kraus hat BWL in Mannheim studiert. Er schrieb seine Diplomarbeit in der VWL bei Prof. Grüner. Das Thema war im Bereich der Bildungsökonomie angesiedelt. Im Vortrag wird ein Ausschnitt aus dieser Arbeit vorgestellt.

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Vom Wert der Freiheit – Kriminalität und Freiheit (Vortrag)

Spricht man von Kriminalität, so fallen häufig auch Begriffe wie Freiheitsentzug, offener Vollzug, Sicherheitsverwahrung und andere. Freiheit und Kriminalität scheinen in einer direkten Abhängigkeit zu stehen, bei der das Auftreten von Kriminalität zugleich auch Fragen zu Ausprägung und Umfang von Freiheit aufwirft, die von der Legislative und Exekutive im Rahmen der Strafverfolgung im Sinne des Allgemeinwohles versucht werden zu beantworten – indem die Freiheit des Einzelnen, beliebig zu agieren (und beispielsweise einen Überfall zu begehen) durch Gesetze und Normen definiert und reglementiert wird. Der Vortrag betrachtet nun die Ausprägung von Freiheit aus verschiedenen Blickwinkeln in Bezug auf Kriminalität – so unter anderem aus den Perspektiven des Täters und des Opfers anhand von Entführungsfällen oder schweren Überfällen. Darüber hinaus erfolgt eine Diskussion über die Wertigkeit von Freiheit im Kriminalitäts-Kontext und deren Beurteilung durch die Gesellschaft über ihre Rechtsorgane.

Astrid Loos, Diplom-Betriebswirtin (BA) und BA(Hons) Business Administration, hat ursprünglich Wirtschaftswissenschaften studiert und sich schon damals im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit der Notwendigkeit von Sicherheit und Sicherheitsdienstleistungen im Unternehmen sowie deren Kostenverrechnung befasst. Danach war sie mehrere Jahre in der Konzernsicherheit eines großen deutschen Unternehmens für die Bekämpfung von Produktfälschungen und Produktpiraterie verantwortlich. Nunmehr ist sie zwei Jahren in der Schweiz für einen führenden Pharmakonzern in der Konzernsicherheit tätig; hier nun in einer Spezialistenfunktion mit weltweiter Zuständigkeit. Zudem betätigt sie sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit im akademischen Bereich und untersucht die verschiedenen Aspekte und Auswirkungen von (Wirtschafts-)kriminalität und Tätermotivation.

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Satirefreiheit - Was darf Kabarett? Alles! (Vortrag)

Kabarett über Wolfgang Schäuble? Klar, auf jeden Fall. Auch über seine Behinderung? Immer auf die Kleinen? Hier scheint die Antwort weniger eindeutig. Kabarett, besonders wenn es von Idealismus inspiriert ist, darf unter Umständen doch nicht alles. Die "menschliche Sache" soll nicht aus den Augen verloren werden. Wer wie Cindy aus Marzahn denunziatorisch arbeitet, erntet natürlich beim entsprechenden Publikum die großen Lacher, aber das ist weniger der Qualität der Gags als der Mehrheitszivilcourage geschuldet: Wenn es nur Randgruppen betrifft – also fast niemanden – lachen alle andern gern darüber. Leider geht hier die Würde flöten und mit ihr das freiheitliche Grundgesetz, das auf ihr aufbaut. Also nicht machen! Der Vortrag setzt sich mit Überlegungen zu moralischen oder sachlichen Grenzen der Satirefreiheit auseinander und wird dabei immer wieder auf Probleme bei der praktischen Umsetzung von Kabarettideen kommen.

Tilman Lucke arbeitet seit 2005 als Kabarettist (seine erste Premiere fand spannende zwölf Tage nach der letzten Bundestagswahl statt) und sitzt in Ausübung dieser Tätigkeit vornehmlich am Klavier. Seine drei bisherigen politisch-literarischen Soloprogramme trugen Titel wie "Nebenbei bemerkelt" (2005), "Jetzt wird durchregiert!" (2007) oder "Schwämmle drüber!" (2008). Gebürtig aus dem Schwabenland, ein 84er Jahrgang, wohnt er in der politisch-literarischen Stadt Berlin und ist seit 2007 MHN-Mitglied. Kabarettkurse leitet er seit 2004 mehrmals jährlich, vor allem im CdE, auch auf der MinD-Akademie 2007 war er Workshopleiter, außerdem mehrfach Referent bei Kabarettseminaren in der Friedrich-Naumann-Stiftung. Seit 2005 ist er festes Mitglied des Alt-Berliner Kabaretts "Berliner Brettl"

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Kabarett (Workshop)

Wenige Tage nach der Bundestagswahl herrscht im deutschen Kabarett Hochbetrieb. Pointen, Gags, Kalauer, Zynismen zu den Wahlergebnissen müssen erdacht und unters freie Wahlvolk gebracht, die neue Regierung schon vor ihrer Geburt abgeschminkt werden. Auch jenseits von Wahlen gibt die Lage der Gesellschaft und der ach so freien Marktwirtschaft eine gute Zielscheibe ab. Und natürlich darf eine gesunde Selbstironie nicht fehlen. Lieder, Monologe, Sketche und Gedichte – alle Formen sind erlaubt, Hauptsache nachdenklich, komisch und der Freiheit verpflichtet. Im Workshop wollen wir versuchen, ein kurzes Programm aus Sketchen, Monologen, Liedern und Gedichten bühnenfertig zu machen und am bunten Abend zu präsentieren. Teilnehmen darf jeder Kreative mit Spaß am Auftreten. Wer musikalische Kenntnisse vorweisen kann, ist übrigens doppelt so gern gesehen.

Tilman Lucke arbeitet seit 2005 als Kabarettist (seine erste Premiere fand spannende zwölf Tage nach der letzten Bundestagswahl statt) und sitzt in Ausübung dieser Tätigkeit vornehmlich am Klavier. Seine drei bisherigen politisch-literarischen Soloprogramme trugen Titel wie "Nebenbei bemerkelt" (2005), "Jetzt wird durchregiert!" (2007) oder "Schwämmle drüber!" (2008). Gebürtig aus dem Schwabenland, ein 84er Jahrgang, wohnt er in der politisch-literarischen Stadt Berlin und ist seit 2007 MHN-Mitglied. Kabarettkurse leitet er seit 2004 mehrmals jährlich, vor allem im CdE, auch auf der MinD-Akademie 2007 war er Workshopleiter, außerdem mehrfach Referent bei Kabarettseminaren in der Friedrich-Naumann-Stiftung. Seit 2005 ist er festes Mitglied des Alt-Berliner Kabaretts "Berliner Brettl".

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Der Dialog der Kulturen in einer globalen Welt (Vortrag)

Der Dialog ist ohne Zweifel das wichtigste Fördermittel der zwischenmenschlichen Kommunikation. Lebten die Kulturen früher voneinander abgekanzelt, so ist heute kaum noch eine einzige Volksgruppe zu identifizieren, die nicht auf den Dialog im Sine des Austauschs von Wissen oder Erfahrung mit den anderen angewiesen ist. Ohne Dialog kann es mithin keine lebendige Kultur und Sprache mehr geben. Denn nur durch Dialog vermögen die Menschen miteinander zu sprechen und zu diskutieren sowie über globale Fragen des Lebens und der Welt im Hinblick auf Lösungsmöglichkeiten gemeinsam nachzudenken. Der will verdeutlichen, dass der Dialog als Prinzip der Interkulturalität den Völkern zur Einsicht ihrer Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Moral und Ethik verhelfen kann.

PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe, geboren 1959 in Kamerun; Studium in München; Dr. Phil. in Politikwissenschaft (1992) in Augsburg, Dr. Phil. (1995/1996) in München und Dr. Phil. habil. in Philosophie Berlin; 1994-2003 Lehrtätigkeit in Frankfurt am Main, Aachen sowie an allen drei Berliner Universitäten; Privatdozent und Direktor des deutsch-französischen Doktorandenkollegs in Philosophie an der TU Berlin, Gastwissenschaftler am Frankreich-Zentrum der Freien Universität Berlin; Präsident der Deutschen Gesellschaft für französischsprachige Philosophie e.V. sowie der Anton-Wilhelm-Amo-Gesellschaft e.V.; Herausgeber und Mitautor der ersten Afrika-Enzyklopädie in deutscher Sprache.

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Ins Innerste der Materie - Physik an der Grenze des Vorstellbaren? (Vortrag)

Am Ende dieses Jahres werden die ersten Daten am Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN in Genf genommen werden. Damit wird nach 25 Jahren Vorbereitung ein großer Schritt gemacht in der Erforschung der Fragen, woraus die Materie im Innersten aufgebaut ist und was die grundlegenden Kräfte sind. Mit diesem Supermikroskop kann untersucht werden, wie es in einem 10000stel eines Wasserstoffkerns aussieht. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden auch unser Bild über Ursprung und die Entwicklung des Universums erweitern. Am Experiment arbeiten ca. 10000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt mit einer großen Beteiligung auch aus Deutschland. Der Vortrag wird Ziele und Methoden des LHC beleuchten.

Prof. Dr. Peter Mättig, geb. 1949 in Hannover, hat an der Universität Bonn Physik studiert und dort promoviert. Forschungsaufenthalten an der RWTH Aachen und am DESY folgte die Habilitation an der Universität Hamburg. Nach Positionen als Leitender Wissenschaftler in Kanada und Israel und leitenden Positionen in CERN-Experimenten ist er seit 2001 Professor an der Universität Wuppertal. Seither Forschungsarbeiten am Fermilab bei Chicago und am CERN in Genf, seine jüngere Forschung umfasst wesentliche Beiträge zum Bau eines der LHC Experimente (ATLAS). Peter Mättig ist Vertreter in nationalen und internationalen Gremien, z.B. zum Grid Computing, Vorsitzender des Komitee für Elementarteilchenphysik, Sprecher der deutschen Gruppen im ATLAS Experiment am LHC und einer der zwei Wissenschaftlichen Koordinatoren der Helmholtz Allianz zur Physik am LHC, einem Netzwerk von 17 Universitäten, 2 Helmholtz Instituten, 1 Max Planck Institut.

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Interkulturalität heute - wo liegen die Grenzen des kulturell Fremden in einer globalisierten Welt? (Vortrag)

Bollywood in Bayern, Baywatch in Indien - die Grenzen der Kulturen scheinen in einer globalisierten Welt zu verschwimmen. Aber ist unter diesen Bedingungen jeder Lebensentwurf automatisch interkulturell? Also: Wie interkulturell kompetent sind wir eigentlich? Und: Wo liegen die Grenzen des kulturell Fremden, wenn in jeder Firmenkantine irgendwann einmal chinesisch auf der Speisekarte steht und jeder Informatiker zwischen San Francisco und Tokio den Comic-Helden Dilbert kennt? Dieser Vortrag geht der Frage nach, wo genau das Interkulturelle - also die Grenze zwischen den Kulturen - sich heute lokalisiert. Darauf aufbauend verdeutlicht er, welche Grenzen des kulturell Fremden für Menschen in einer modernen, teilweise globalisierten, Lebens- und Arbeitswelt handlungsrelevant sind und was interkulturelle Kompetenz heute bedeutet.

Prof. Dr. phil. Jasmin Mahadevan ist selbstständige interkulturelle Beraterin und Trainerin mit Fokus Asien und Professorin für Internationales Management an der Hochschule Pforzheim. Sie studierte Sprach-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an der Universität Passau und promovierte in Ethnologie und Interkultureller Kommunikation an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie lebte und arbeitete in verschiedenen asiatischen Ländern, in Belgien und den Niederlanden. Ihr Forschungs- und Publikationsschwerpunkt liegt auf qualitativer Organisationsforschung, interkultureller Zusammenarbeit in technischen Unternehmen und Ingenieurskultur.

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Freiheit innerhalb der Form - eine Einführung in die Musik des 20. Jahrhunderts (Vortrag)

Musik ist eine Kunstform, die wie kaum eine andere absolut klare Regeln hat. In einem Musikstück stört jeder "falsche" (also regelwidrige) Ton. Die Freiheit des Komponisten findet ihre Grenzen in diesen Regeln. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Komponisten immer wieder zu "befreien" versucht, indem sie die Regeln ihrer Kunst immer mehr zu erweitern und auszudehnen suchten. Dieser Prozess entwickelte seit dem 19. Jahrhundert eine immer schneller werdende Dynamik. Wie eine Art Urknall wirkte in den 20er Jahren die Veröffentlichung von Arnold Schönbergs "Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen" (der sog. "Zwölftonmusik"). Diese Methode und ihre Weiterentwicklung beeinflusste maßgeblich die gesamte Musikproduktion seit dem 2.Weltkrieg (Serialismus, Punktuelle Musik, Elektronische Musik). Der Vortrag des Komponisten Claus Martin stellt die verschiedenen Kompositionstechniken dar, die das 20. Jahrhundert geprägt haben, und beleuchtet das Paradoxon, dass ein Komponist anscheinend niemals in der Zerstörung von Regeln Freiheit findet, sondern im Gegenteil stets dadurch, dass er sich den Regeln zunächst unterwirft und sie dann für sich nutzbar macht. Der Vortrag setzt keine musikalischen Kenntnisse der Zuhörer voraus.

Claus Martin, Komponist, Autor und Regisseur Claus Martin studierte Musiktheater-Regie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Prof. Götz Friedrich. Er war als Regieassistent an verschiedenen großen Opernhäusern engagiert. Seit 1997 ist er als freier Regisseur von Opern und Musicals tätig. Von 2001–2004 war er künstlerischer Leiter der Oper an der Leine (Hannover). Seit 2005 leitet er die "Zeitgenössische Oper Rhein-Main". In seiner Regiearbeit konzentriert er sich auf Uraufführungen und Werke des 20. Jahrhunderts. Als Autor und Komponist schreibt er hauptsächlich Musicals, daneben hat er mehrere Opernlibretti verfasst sowie etliche Werke des Musiktheaters aus dem Englischen und Französischen übersetzt.

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Die fatale Anziehungskraft der Technik (Vortrag)

Was haben Frauen und Technik gemeinsam? Und Regierungen mit bösen Schwiegermüttern? Wie jede gute Beziehung erfordert auch die Beziehung zur Informationstechnik Freiheit und Grenzen. Auf unterhaltsame Weise wird anhand anschaulicher Beispiele aufgezeigt, wie das "Anbandeln" mit Technik für Inspiration, Begeisterung, Herzschmerz und Enttäuschung sorgt. Ein wertvollen Ratgeber für IT-Sicherheit und Privatsphäre im Internet und unserer Gesellschaft. Stichworte: Gadgets, Privatsphäre, Google, Facebook, Sicherheit im Alltag und im Internet, Softwarepatente, Wahlcomputer, Gesundheitskarte, Fingerabdrücke, Zensur, Datenendlagerung, Anti-Terror, Zukunftsgestaltung www.fatal-attraction.net

Viktor Mraz ist Managing Security Consultant und Geschäftsführer der WMP GmbH in München. Er arbeitet seit 13 Jahren in Projekten für Großunternehmen und Banken. Seine Spezialgebiete sind Mission-Critical Umgebungen (z.B. hochverfügbare Firewalls), Netzwerksicherheit, Kryptographie und Unix/Linux. Zuletzt hat er sich mit der Optimierung der Sicherheit von Internet Banking beschäftigt.

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Staatsgrenzen im Alltag

Mit dem Schengener Abkommen, dem seit seiner ersten Umsetzung 1995 mittlerweile insgesamt 26 Staaten angehören, wurde das Prinzip der geschlossenen nationalen Grenze massiv aufgeweicht. Nun ist es für fast alle Einwohner der Europäischen Union möglich, Grenzen zu überqueren, ohne sich dabei ausweisen oder sogar die formelle Erlaubnis dafür beantragen zu müssen. Aus dem Verschwinden der Grenzen aus der unmittelbaren Wahrnehmung darf man jedoch nicht den Schluss ziehen, dass diese für das Leben der Menschen irrelevant geworden sind. In diesem interaktiven Vortrag geht es um die soziologische Erforschung der Prozesse, die dafür sorgen, dass die geöffneten Grenzen weiterhin eine zentrale Rolle im Alltag spielen. Ausgehend von der soziologischen Theorie und unter Einbeziehung sozialgeographischer Aspekte werde ich Schritt für Schritt vorstellen, wie man die (Re-)Produktion von Grenzen soziologisch fassen kann und darstellen, warum nationale Grenzen auch in Zukunft trotz aller politischen Bemühungen weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden.

Nils Müller ist 1982 in Essen geboren und hat in Bamberg Soziologie und Europäische Wirtschaft studiert. Seit 2007 ist er Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet an seinem Dissertationsprojekt "Die Reproduktion nationaler Grenzen". Wissenschaftlich interessiert er sich zudem für das Verhältnis zwischen makro- und mikrosoziologischen Betrachtungsweisen.

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Grenzen körperlicher Nähe (Workshop)

In diesem Workshop geht es darum zu erfahren, was mit uns passiert, wenn wir andere Menschen näher an uns heran lassen, als wir dies im Alltag tun würden – indem wir sie umarmen, mit ihnen testen, wie viel Nähe für uns in Ordnung ist und wo unsere Grenzen liegen. Dies werden wir mit Hilfe von praktischen Übungen kombiniert mit eingestreuten Diskussionsrunden herausfinden. Ziel ist es, dass sich am Ende jeder pudelwohl fühlt, etwas über sich gelernt hat und randvoll ist mit Glückshormonen. (Das Ganze ist vollkommen jugendfrei.) Bitte kommt in bequemer Kleidung (Sportsachen oder Pyjama), mit warmen Socken und am Besten mit Isomatten oder Decken.

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Freiheit als Grundrecht (Vortrag)

Freiheit war nicht nur eines Schlagworte der Französischen Revolution, sie spielt sobald man sich mit Grundrechten beschäftigt eine zentrale Rolle. Das Grundgesetz führt mehrere Freiheiten auf, die von der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit bis zur Berufswahl reichen. Diese Freiheiten gelten aber nicht absolut, sie können durch den Staat eingeschränkt werden, inwieweit der Staat hiervon Gebrauch macht, wird Teil dieses Vortrages sein. Ein weiterer Bestandteil des Vortrags wird der Freiheitsbegriff im Wandel der Zeit und in den Regionen der Welt sein.

Gunnar Quassowsky hat ein Fachholschulstudium in der Finanzverwaltung absolviert und ist seit mehreren Jahren für diese tätig. Seit 2005 studiert er Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität Hagen. Er ist ein begeistertes Mitglied des MinD-Hochschul-Netzwerkes und regelmäßiger Besucher der MinD-Akademien.

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Grenzen kreativer Freiheit im Improvisationstheater (Workshop)

Wenn auf der Bühne Geschichten entstehen, die es nur einmal gibt, dann ist das Improtheater. Wenn aus dem Nichts Theater gespielt wird, ohne dass es Proben oder ein Skript gibt, dann ist das Improtheater. Und wenn das Publikum aktiv am Geschehen beteiligt ist, dann ist auch das Improtheater. Ob Liebesgeschichte, Krimi oder Comedy, auf der Bühne ist alles möglich – eine scheinbar unendliche Freiheit. Im Workshop wollen wir uns damit beschäftigen, wie viel Freiheit tatsächlich möglich ist und welche Grenzen wir brauchen, um Ideen zu bekommen. Vorkenntnisse im Improvisationstheater sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung. (Lasst euch ruhig vom Improfieber anstecken – das ist die Gelegenheit!) Bitte kommt in bequemer Kleidung und mit guter Laune!

Ellen Quesseleit wurde 1985 in Süddeutschland geboren und zog 2003 in den hohen Norden. Seit 2004 studiert sie an der Universität Oldenburg Mathematik und Anglistik und hat vor, diese Fächer eines Tages auch zu unterrichten. Seit 2005 betreibt sie in ihrer Freizeit Improtheater, hat auch schon einige Kurse geleitet (unter anderem "Wie bekomme ich kreative Ideen im improvisierten Theater?" auf der MA 2007 gemeinsam mit zwei anderen Verrückten) und hat 2009 die Oldenburger Gruppe "Danke für die Tür" mitbegründet.

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Wem gehört die Welt? - OpenStreetMap und das geistige Eigentum an Geodaten (Vortrag)

OpenStreetMap ist ein Projekt, in dem Freiwillige eine Weltkarte zusammentragen - sozusagen eine Wikipedia für Geodaten. Das Projekt hat bereits beachtliche Erfolge zu verzeichnen; in Deutschland sind viele Gegenden bei OpenStreetMap schon detailreicher erfasst als in kommerziellen oder sogar amtlichen Kartenwerken. Dieser Vortrag erklärt, wie das Projekt funktioniert und wie man dabei mitmachen oder die Daten für eigene Zwecke nutzen kann. Besonderes Augenmerk soll auch auf die rechtlich-politische Frage gerichtet werden, warum es überhaupt ein solches Projekt braucht: Warum sind Geodaten nicht einfach frei, und welcher Quellen darf man sich bei einem solchen Unterfangen überhaupt bedienen, ohne Rechte zu verletzen?

Frederik Ramm, Dipl. Wi-Ing., Ex-M, hat nach seinem Studium an der Universität Karlsruhe zunächst einige Jahre in einer amerikanischen IT-Beratung gearbeitet. Später war er als IT-Freiberufler unter anderem auf einer karibischen Insel und in den schottischen Highlands tätig. Vor drei Jahren als Hobby-"Mapper" bei OpenStreetMap eingestiegen, ist er nun einer von den Köpfen hinter der "Geofabrik" in Karlsruhe, die Dienstleistungen rund um OpenStreetMap anbietet, sowie Co-Autor des derzeit noch einzigen Buches zu OpenStreetMap. Wenn ihm Freizeit bleibt, verbringt er die mit Browserspielen im Internet oder in einem Motorflugzeug.

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Ringen um Leben und Tod – Grenzen in der medizinethischen Beratung (Vortrag)

Die medizinethische Beratung, wie sie beispielsweise in Klinischen-Ethik-Kommitees vorgenommen wird, stößt in mehrfacher Hinsicht an Grenzen: Zum einen werden die Beratungsgremien in Grenzsituationen der modernen Medizin um Hilfe gebeten, wenn es z.B. um die Frage geht, im Einzelfall lebenserhaltende Maßnahmen einzustellen oder fortzuführen. Zum anderen sehen sie sich mit den Grenzen ihrer eigenen Expertise konfrontiert, zumal sie nicht nur (verhältnismäßig) objektive medizinische Sachurteile abgeben sollen, sondern immer auch moralisches Urteilen eine Rolle spielt. Derartige Werturteile entziehen sich letztlich, so lautet zumindest hier die These, dem Zugriff rationaler Argumentation: Sie bleiben notwendig im Subjektiven verhaftet und setzen damit nicht zuletzt der Leistungsfähigkeit der Vernunft eine Grenze.

Elsa Romfeld (geb. 1975) hat das Studium der Philosophie an den Universitäten Braunschweig und Konstanz mit dem Staatsexamen sowie dem Magister abgeschlossen. Bevor sie 2008 als Akademische Mitarbeiterin an die Universitätsmedizin Mannheim der Universität Heidelberg wechselte, lehrte sie Philosophie an der Uni Bamberg. Ihre Forschungs- und Interessenschwerpunkte liegen derzeit im Bereich der Ethik (Meta-Ethik, Medizinethik); dort lässt sich auch ihre Promotion verorten. Sie hat ferner eine Ausbildung zur Mediatorin und ist Präsidentin der Fränkischen Gesellschaft für Philosophie.

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Mach doch! (Workshop)

Prokrastination (auch Aufschieberitis genannt) ist die alltägliche empirische Widerlegung der populären Illusion der Handlungsfreiheit. Der innere Rüstungswettlauf zwischen Selbstüberwindung und Selbstbetrug entlockt auch erfahrenen Prokrastinationsverweigerern immer wieder schmunzeln. In dem Workshop tauschen wir uns über Strategien und Tools im Umgang mit diesem Phänomen aus. Expertenwissen ist nicht erforderlich, bereits mit soliden prokrastinatorischen Grundkenntnissen ist eine Teilnahme möglich.

Axel Rutz studierte Mathematik und Volkswirtschaft. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Projektleiter im Energiecontracting, später im Onlinejournalismus, ist er seit 2003 mit der Projekt- und Beratungsagentur "Konzepto" selbständig. Undogmatisch und humorvoll verbindet er Weisheitsquellen von Tantra bis Zen mit eigener Lebens- und Beratungserfahrung.

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Die Gedanken sind frei - Zur Entstehung des abstrakten Denkens aus archäologischer Sicht (Vortrag)

Die Gedanken sind frei… doch seit wann? Der Vortrag beleuchtet die ersten Kapitel der Menschheitsgeschichte auf der Suche nach den Ursprüngen des abstrakten Denkens. Wir beginnen unsere Reise durch die Zeit vor 6 Millionen Jahren in Afrika und folgen den Spuren unserer Vorfahren nach Europa. Die Entwicklung dessen, was wir heute als Kultur bezeichnen ist dabei eng verknüpft mit der biologischen Entwicklung von den ersten aufrecht gehenden Hominiden hin zum anatomisch modernen Menschen. Meilensteine in dieser Entwicklung stellen dabei die Verwendung erster Werkzeuge, die Entwicklung von Sprache, erster Kunst und Musik aber auch der ersten religiösen Vorstellungen dar. Am Ende der Betrachtungen steht die Frage "Ab wann ist der Mensch Mensch?", die ich im Anschluss an meinen Vortrag gern zur Diskussion stellen möchte.

Bea Schweighöfer, M.A., geboren 1984, studierte Keltologie und Vor- und Frühgeschichte an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der vorrömischen Eisenzeit und der modernen Keltenrezeption. Studienbegleitend betreute sie unter anderem die Lehrsammlung des Seminars für Vor- und Frühgeschichte und arbeitete als Freiberuflerin im Bereich Museumspädagogik des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und für das Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Weiterhin engagiert sie sich ehrenamtlich im archäologischen Freilichtmuseum "Keltenwelt am Glauberg", plant, organisiert und leitet Exkursionen im Fachgebiet Keltologie der Universität Marburg und berät und begleitet Lehrkräfte bei archäologischen Projekten in Grund- und weiterführenden Schulen. Im Rahmen ihrer Dissertation am Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Philipps-Universität beschäftigt sie sich zur Zeit mit einer qualitativen Untersuchung zur historischen Darstellung der vorrömischen Eisenzeit

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Wie frei ist ein Computer? Über die Grenzen der Künstlichen Intelligenz (Vortrag)

Als theoretisches Modell des Computers wird üblicherweise die Turing Maschine betrachtet: Ein einfacher Schreib-Lese-Kopf, der sukzessive einzelne Symbole gemäß exakt vorgegebener Anweisungen bearbeitet. Ein solches System ist offenbar denkbar weit von unserem intuitiven Freiheitsbegriff entfernt, da es sklavisch an die Befehle des Programmierers gebunden ist. Trotzdem wird in der Künstlichen Intelligenz versucht, Computern menschliche Geistesleistungen einzuprogrammieren, und es werden Wirkungen erzielt, die so aussehen, als ob der Computer frei reagiere wie wir Menschen. Die theoretische Position des Kognitivismus besagt sogar, dass kognitive Leistungen im Grunde nichts anderes als Berechnungen sind: Damit wäre auch die menschliche Freiheit ein berechenbarer Prozess und somit prinzipiell Computern zugänglich. 1980 entwarf der amerikanische Philosoph John R. Searle ein Gedankenexperiment, dass solche Spekulationen umfassend und endgültig widerlegen sollte: Er versetzte sich selbst gedanklich in die Lage eines Computers, führte ein Programm für eine bestimmte Geistesleistung aus - und war dadurch dennoch nicht zu dieser Geistesleistung fähig. Den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz seien folglich enge Grenzen gesetzt. Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der Künstlichen Intelligenz soll in diesem Diskussionsworkshop Searles Gedankenexperiment des "Chinesischen Zimmers" gemeinsam analysiert werden: Hat das Gedankenexperiment tatsächlich die prinzipiellen Grenzen der Künstlichen Intelligenz aufgezeigt?

Alexander Scivos promoviert nach Mathematik-, Informatik- und Biologie-Studium am Lehrstuhl für "Grundlagen der Künstliche Intelligenz" der Universität Freiburg. 1993 gründete er die "Gemeinschaft Rundum Interessierter Phantasievoller Studenten" (seit 1999 "GRIPS e. V."), ein Netzwerk vorwiegend mathematisch/naturwissenschaftlich interessierter junger Menschen, und 2001 das MinD-Hochschul-Netzwerk.
Martin Dresler studierte (Bio-)Psychologie, Philosophie und Mathematik in Bochum und München und promovierte in München und Marburg. Das Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers war Thema seiner philosophischen Magisterarbeit. Derzeit forscht er am Max-Planck-Institut für Psychiatrie über neuronale Prozesse des Träumens, Schlafens und Erinnerns. Seit einige Jahren (co-)organisiert er das Programm der MinD-Akademien und editiert die zugehörigen Tagungsbände.
2005 haben Alex und Martin gemeinsam einen Kurs der Deutschen Schülerakademie zum Thema "Gehirn und Computer" geleitet.

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Asterix - ein Standardwerk zu Freiheit und ihren Grenzen (Vortrag)

Freiheit gab es auch 50 v.Chr. Gleichwohl hatte sie selbst in dem uns wohlbekannten kleinen gallischen Dorf ihre Grenzen. Wie genau René Goscinny und Albert Uderzo in ihrem bahnbrechenden wie allumfassenden historischen Opus "Asterix" dies aufgezeigt haben - dieser Frage soll in diesem streng wissenschaftlichen sowie essayistischen Vortrag unter Einbeziehung von Primärquellen und Sekundärliteratur nachgegangen werden.

Jan Sieckmann wurde MCMLXXI A.D. geboren, er ist u.a. Historiker, Onlinemarketingmanager, Reiseleiter, Kölner, bekennender Generalist und Fremdsprachenfreund. Französisch lernte er jedoch nach eigenem Bekunden ursprünglich nur, um Asterix und die Wortspiele auch im Original lesen zu können. Jan Sieckmann lebt derzeit in München. Er bietet individuell erstellte Kreuzworträtsel für Firmen oder Privat an.

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Hirnforschung, Willensfreiheit und Schuldstrafrecht (Vortrag)

Im deutschen Strafrecht ist die Willensfreiheit als Grundlage des strafenden Vorwurfs, nicht recht gehandelt zu haben, seit Jahrhunderten fest etabliert. Auf derartigen Freiheitsannahmen beruht der strafrechtliche Schuldvorwurf. Insbesondere die Rechtsprechung hat nach dem Unrechtssystem des Dritten Reiches nachgerade extrem Position im Sinne eines Willensfreiheits-Postulats bezüglich des geistig gesunden Menschen bezogen. Eine neuere Gegenbewegung geht von Vertretern der Hirnforschung aus. Diese konnte in Laborexperimenten belegen, dass Entscheidungen bereits unbewusst vorgeformt sind, bevor eine (scheinbar) bewusste Entscheidung gefällt wird. Die daraus abgeleitete Annahme fehlender Entscheidungsfreiheit führte zu Forderungen einer Umgestaltung des Strafrechts. Von Seiten der Strafrechtler sieht man das Ganze (bisher) gelassen, da man seit jeher mit einer fehlenden Beweisbarkeit menschlicher Entscheidungsfreiheit konfrontiert ist. Ob die Straftheorie den Angriff auf das Schuldstrafrecht auch weiterhin wird abwehren können, hängt nicht zuletzt davon ab, wie die Hirnforschung sich weiter entwickelt.

Professor Dr. Franz Streng, seit 1991 Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Kriminologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, davor an den Universitäten Heidelberg und Konstanz tätig. Einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt hat er in den Bereichen Straftheorie und Schuldfähigkeitsbegutachtung. Er hat zu diesen Fragen seit dem Jahre 1976 eine Vielzahl von Veröffentlichungen vorgelegt.

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Paradoxien der Willensfreiheit im erotischen Kontext (Vortrag)

Kann man seinen freien Willen freiwillig aufgeben? Und wenn man seinen freien Willen freiwillig aufgibt, hat man dann überhaupt seinen freien Willen aufgegeben? Das Thema des Vortrages sind die Paradoxien und Implikaturen, die sich aus erotischen Phantasien von Kontrollverlust und Ohnmacht ergeben. Wie erzeugt man die Illusion von Unfreiheit? Oder ist die Illusion keine Illusion? Kann man Unfreiheit erleben, wenn man im Grunde doch frei ist? Konsequent bis ans Ende gedacht, entpuppt sich eine scheinbar simple Sexualpraktik als komplexes philosophisches und psychologisches Problem.

Max Voigtmann, M. A., Jahrgang 1976, ist freiberuflicher Journalist und Grafik-Designer. Im Umkreis der MinD-Akademie ist er vielen bekannt durch seine Arbeit für Mensa in Deutschland e.V. – unter anderem gestaltet er das MinD-Magazin und hat in den vergangenen Jahren das Corporate-Design von Mensa maßgeblich geprägt. Zu seinen Kunden zählen darüber hinaus verschiedene kleine und große Unternehmen in Deutschland. Als ausgebildeter Tageszeitungsredakteur hat er praktischen Journalismus von den Grundlagen auf gelernt, seine Ausbildung zum Grafik-Designer erhielt er bei dem Designer und Fachbuchautor Rudolf Paulus Gorbach. Daneben studierte er Germanistik, Literaturwissenschaft und Psychologie mit Abschluss Magister Artium und besuchte Seminare in Ergonomie (Praxisgerechtes Gestalten) und Drehbuchschreiben. Auf den MinD-Akademien "Sprache und Kommunikation" und "Kreativität und Innovation" war er als Referent tätig, darüber hinaus gehört er zu den "Irrationalen", der Improtheatergruppe des MHNs. Besondere Interessensgebiete von Max sind Kriminalliteratur, Eisenbahn, Psychologie, Film und natürlich Bondage. Er hatte mehrere Lesungen als Autor (Kurzgeschichten, Gedichte) in München und ist Mitglied in der Allianz Deutscher Designer (AGD), der Typographischen Gesellschaft München, dem Deutschen Journalistenverband, der Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V. und bei Mensa in Deutschland.

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Freiheitsberaubung leichtgemacht (Workshop)

Seine Freiheit zu verlieren kann in einem erotischen Kontext sehr aufregend sein. Ebenso, jemandem seine Freiheit zu nehmen. Es ist eine Spielwiese, auf der Menschen eine andere Seite ihrer Seele finden können, Im Workshop haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich auf dieser Spielwiese zu tummeln und selbst die Erfahrung des Fesselns und Gefesseltwerdens zu machen. Dazu stehen verschiedene Materialien wie Seile, Ketten oder Folie zur Verfügung. Alle Interessierten können aber auch eigenes Material mitbringen, von dem sie denken, dass es für eine Fesselung geeignet ist. Die Workshopbetreuer werden das Material dann gemeinsam mit den Anwesenden auf seine Tauglichkeit überprüfen. Diejenigen, die bereits über einige Erfahrungen auf dem Gebiet der erotischen Fesselung verfügen, sind dazu eingeladen, ihr Wissen mit den anderen zu teilen.

Max Voigtmann, M. A., Jahrgang 1976, ist freiberuflicher Journalist und Grafik-Designer. Im Umkreis der MinD-Akademie ist er vielen bekannt durch seine Arbeit für Mensa in Deutschland e.V. - unter anderem gestaltet er das MinD-Magazin und hat in den vergangenen Jahren das Corporate-Design von Mensa maßgeblich geprägt. Zu seinen Kunden zählen darüber hinaus verschiedene kleine und große Unternehmen in Deutschland. Als ausgebildeter Tageszeitungsredakteur hat er praktischen Journalismus von den Grundlagen auf gelernt, seine Ausbildung zum Grafik-Designer erhielt er bei dem Designer und Fachbuchautor Rudolf Paulus Gorbach. Daneben studierte er Germanistik, Literaturwissenschaft und Psychologie mit Abschluss Magister Artium und besuchte Seminare in Ergonomie (Praxisgerechtes Gestalten) und Drehbuchschreiben. Auf den MinD-Akademien "Sprache und Kommunikation" und "Kreativität und Innovation" war er als Referent tätig, darüber hinaus gehört er zu den "Irrationalen", der Improtheatergruppe des MHNs. Besondere Interessensgebiete von Max sind Kriminalliteratur, Eisenbahn, Psychologie, Film und natürlich Bondage. Er hatte mehrere Lesungen als Autor (Kurzgeschichten, Gedichte) in München und ist Mitglied in der Allianz Deutscher Designer (AGD), der Typographischen Gesellschaft München, dem Deutschen Journalistenverband, der Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V. und bei Mensa in Deutschland.

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Wie viel Freiheit braucht Demokratie - und wie viel Sicherheit? (Vortrag)

Freiheit und Sicherheit, beides wesentliche Komponenten einer freiheitlich demokratischen Grundordnung, sind nicht zwangsläufig uneingeschränkt miteinander vereinbar, und werden daher politisch häufig gegensätzlich diskutiert. Im Rahmen der Güterabwägung wird Freiheit zur Unsicherheit umgedeutet und Überwachung zum Heilmittel der "Krankheit Angst". Dass diese Formel, die sich die großen Volksparteien zu eigen machen all zu einfach ist, zeigt der momentane Zulauf der Piratenpartei, die nach der Europawahl ihre Mitgliederzahlen in zwei Monaten vervierfachen konnte und im Netz teilweise größere Präsenz zeigt als die etablierten Parteien. In diesem Vortrag soll kurz (5 Minuten) die Piratenpartei vorgestellt werden um anschließend die Bedeutung der Freiheiten und zunehmenden Grenzen im Netz für die Demokratie zu besprechen. Einen besonderen Schwerpunkt wird das "Zugangserschwerungsgesetz" einnehmen.

Leo Wandersleb ist gebürtiger Münchner, wo er auch sein Diplom in Mathematik an der TU erwarb. Er ist zur Zeit hauptberuflich Spieleentwickler und seit 2006 bei der Piratenpartei Deutschland politisch aktiv. Er ist Generalsekretär im Vorstand des Landesverbands Bayern und als Listenkandidat für die Bundestagswahl aufgestellt.

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Barbershop (Workshop)

Barbershop ist amerikanische A-capellamusik, die vierstimmig von gleichgeschlechtlichen Quartetts oder Chören vorgeführt wird. Die Melodie wird vom Lead gesungen, darüber liegt der Tenor, darunter der Bass, und irgendwo dazwischen der Bariton. Sie werden auch jeweils als "character", "sparkle", "fundament" und "dignity" bezeichnet. Harmonisch bilden die vier Stimmen meistens Septakkorde und folgen damit den Quintenzirkel. Die Musikrichtung entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA, wo Quartetts in Friseursalons rumreisten und Neuigkeiten überbrachten. Heute werden oft traditionelle Lieder, aber auch moderne arrangements wie "It's Raining Men" gesungen. Im Workshop werden Chor- oder Soloerfahrung und vor allem gutes Gehör vorausgesetzt. (Mehr Information unter http://de.wikipedia.org/wiki/Barbershop)

Eileen Wagner ist selbst begeistertes Mitglied eines Barbershopquartetts. Mit ihrer Gruppe "Not Another Music Joke" hat sie in den letzten vier Jahren bei vielfältigen Veranstaltungen ein Publikum mit der Leichtigkeit der Barbershopmusik angesteckt. Sogar in Berliner U-Bahnhöfen hat sie der amerikanischen A-capellatradition Resonanz verliehen. Was als Schulaktivität unter der Leitung eines wahren MDs begann, ist zu einer Vorliebe geworden. Rearrangieren und humorvolles Verfremden bekannter Barbershopstandards sind neben der Mathematik und dem philosophischen Herumgrübeln Lieblingszeitvertreibe der Abiturientin. Nun freut sie sich darauf, ein zweites Mal in ihrer Songbirdlaufbahn die gütige Chorleiterin zu spielen und Neugierige einzustimmen.

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Malen mit Licht - Photographie mal andersrum (Workshop)

Das klassische Bild der Photographie ist das einer Kamera, die eine bestimmte Szene - die der Betrachter auch sehen kann - festhält. In der Lichtmalerei (auch als Lightpainting bekannt) - wird dieses Prinzip auf den Kopf gestellt. Die Kamera ist fest montiert, z.b. auf einem Stativ - und die Lichtquelle (eine Taschenlampe, LED's, Christbaumbeleuchtung, ...) - wird über einen längeren Zeitraum bewegt. Durch diese Bewegung, über mehrere Sekunden, entstehen Muster aus reinem Licht. Diese bilden ein einzigartiges Objekt - eine Lichtskulptur. Da man sich dabei im dunkeln bewegt und die ausgeführten Bewegungen nie die gleichen sind ist Spass und Überraschung garantiert. Geeignet sind alle Kameras bei denen man die Belichtungszeit manuell einstellen kann - aber auch alle anderen können einen Versuch wagen.

Matthias Weinberger, Jahrgang 1973 ist als Physiotherapeut, Dozent und Photograph tätig. Seit 2003 beschäftigt er sich mit der digitalen Photographie. Als Autodidakt lässt er sich nicht von Regeln einengen, sondern findet den Spass am kreativen Arbeiten im spielerischen experimentieren und ausprobieren. Die unendlichen Kombinationsmöglichkeiten von Licht, Form und Zeit machen das Photographieren auch nach Jahren immer noch spannend.

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Grenzerfahrungen: Abenteuer für Leib und Seele zwischen körperlichen Grenzen und spirituellen Horizonten (Vortrag)

Grenzen trennen. Grenzen verbinden auch. Sie sind das, was Unverbundenes gemeinsam hat. Grenzen machen neugierig. Man kann an ihnen scheitern, mag dahinter die Freiheit suchen. Manchmal gibt es Übergänge. An lebensentscheidenden Grenzen, also an den Schnittstellen von Leben und Tod, oder zwischen dem Alltagsbewusstsein und Zuständen erweiterten Bewusstseins, kann man Grenzerfahrungen machen: spirituelle Erfahrungen, schamanische Bewusstseinszustände, Nahtoderfahrungen. Der Vortrag erläutert zehn Körpertechniken aus alten Stammeskulturen, mönchischen Traditionen und schamanischen Techniken, die Fortschritte beim Zusammenspiel von Leib und Seele, oder von Körper, Geist und Seele, oder bei erweiterten Bewusstseinzuständen, oder bei sonstigen Grenzverschiebungen erreichen wollen. Wüsten, Wälder, Wasser, Höhlen, Dunkelheit, Einsamkeit - was verstehen wir heute noch von den wirkmächtigen Lernplätzen der Religionsstifter, Mystiker und Schamanen: Wo sie zu sich selbst, wo sie zu Erkenntnis, Erfahrung, Heilung, Erleuchtung gelangten? Wie weit sind ihre alten Techniken, Kraft zu sammeln, also Fasten, Schweigen, Meditieren, energetisches Atmen, oder auch Trommeln und Tanzen, als kostenlose Körperkünste den Knechten unserer Konsumgesellschaft noch vermittelbar? Der Referent berichtet von den kulturell ganz unterschiedlich gezogenen Grenzen und von eigenen Erfahrungen, wenn er diese Grenzen ausloten oder verschieben wollte.

Prof. Dr. Kurt Weis, geboren 1940, volljuristische, kriminologische und soziologische Ausbildung in Deutschland und den USA. Dort studierte er auch Anthropologie. An der Harvard Universität 1968 als Jurist promoviert, in Saarbrücken 1979 als Soziologe habilitiert, gern als Anthropologe unterwegs, ging er 1980 als Professor für Soziologie an die Technische Universität München. Dort leitete er, als Mitglied der beiden neuen Fakultäten für Sportwissenschaft und für Wirtschaftswissenschaften, bis 2006 das Fachgebiet Soziologie. Sein wachsendes Interesse gilt der fachübergreifenden Kulturwissenschaft. Seit 1992 ist er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und seit 1998 Associate of the Hawaii Reseach Center for Futures Studies, University of Hawaii. Neben seinem erlernten Beruf als Wissenschaftler sucht er den Weg vom Buchwissen zum Erfahrungswissen und verfolgt dessen Anwendungsrelevanz. Dafür besuchte er manchen Gipfel, lernte von den Inuit sein Iglu zu bauen, durchquerte zu Fuß die Wüste Gobi (2003) und die Takla Makan Wüste (2006), unterwarf sich den Ritualen der Schamanen am Amazonas (2008) und vertiefte sich in die spirituellen Wege Indiens (2009).

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Grenzenloser Reichtum einiger geht immer zulasten der Freiheit aller Übrigen (Vortrag)

Nie zuvor gab es so viel Wohlstand zu verteilen. Dennoch verursachen Wirtschaftskrisen zunehmend Angst, Verunsicherung und Not. Die bekannten Lösungsvorschläge sind voller Widersprüche. Klaus Willemsen vermag eine neue Sichtweise zu vermitteln. Er beschreibt die Dimension der Zinskosten, die bereits jeden dritten Euro verschlingen und unaufhaltsam wachsen. Niedrigere Zinslasten machen Arbeit für alle bezahlbar, so seine überraschende Analyse. Schon ein Drittel der Zinszahlungen, reichten aus, um vier Millionen Gehälter zu finanzieren. Ein Null-Zins-Niveau würde die Verschuldungssituation der Entwicklungsländer nachhaltig auflösen und unsere öffentlichen Kassen um zweistellige Milliardenbeträge entlasten. So würden Steuergelder in außreichender Fülle für unser Bildungssystem frei. Der Zins macht Reiche reicher und Arme zahlreicher. Er ist die Wachstumspeitsche, die uns nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer diesen Mechanismus versteht, gewinnt die Zuversicht, dass wir daran etwas ändern können. Gesellschaftlicher Wandel braucht eine Vision. Die von Klaus Willemsen beschriebene Idee der Fairconomy ist ein realistisches Gesellschaftsmodell für dieses Jahrhundert. Zu seinem Themenspektrum gehören: "Vollbeschäftigung und Nullwachstum", "Marktwirtschaft ohne Kapitalismus", "Voraussetzungen einer umweltverträglichen Ökonomie", und "Monetäre Voraussetzungen für die Nutzung umweltschonender Energie und Technik".

Klaus Willemsen (geb. Popp) ist Dipl. Sozialpädagoge und seit 1989 Referent, Autor und Berater für Geldreform & Fairconomy. Zunächst als Geschäftsführer der "Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung" und mittlerweile als freier Autor und Referent, macht er auf Chancen gesellschaftlicher Weiterentwicklung aufmerksam, die sich hinter dem Begriff Fairconomy verbergen. Mit seinem Fairconomy Büro koordiniert er Aktionen, die zur Verbreiterung des zinskritischen Ansatzes beitragen. Sein Buch "Das Märchen vom guten Zins" bietet einen Gesellschaftsentwurf, der das Wachstumsparadigma unserer Wirtschaftsordnung erklärt und einen machbaren Lösungsansatz aufzeigt. Es ist leicht verständlich und vermittelt dennoch komplexe Zusammenhänge. Das Märchen vom guten Zins ist ein Geschenk an alle, die sich Sorgen machen über die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen und denen eine friedliche und lebenswerte Gesellschaft ein Anliegen ist.

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Soziale Normen und Tabus - Grenzen des Alltags (Workshop)

Haben Sie schon einmal im Restaurant den Gast am Nachbartisch gefragt, ob Sie von seinem Gericht kosten dürfen? Oder beim Einkaufen einen zufälligen Passanten gefragt, ob Ihnen das Outfit, das Sie gerade anprobieren, steht? Bei aller Individualität - Normen, Konventionen und Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag und setzen enge Spielregeln sozialer Interaktion ohne dass wir uns ihrer bewusst sind. Diese Grenzen mögen bequem sein, sie beschränken aber unser Repertoire an Verhaltensmöglichkeiten und stehen uns oft auch einfach im Weg. In diesem Seminar setzen wir uns gezielt mit den sozialen Grenzen des Alltags auseinander, beschäftigen uns damit welche Grenzen ganz speziell für unsere Gesellschaft gelten und erproben an kleinen Beispielen, wie sie sich durchbrechen lassen. Die Teilnahme an den Beispielübungen wird ermutigt, ist aber natürlich nicht verpflichtend.

Max Willenberg, Jahrgang 1984, seit 2005 Student der Ruhr-Universität Bochum, erwarb 2008 seinen B.Sc. in Wirtschaftspsychologie mit dem Thema der Kongruenz von Selbst- und Fremdwahrnehmung in Persönlichkeitsfragebögen. Gegenwärtig ist er Master-Student mit Interessensschwerpunkten in Eignungsdiagnostik und Training und arbeitet nebenberuflich als Tutor für die Grundlagenseminare der Fakultät.

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Deutsche Gebärdensprache (DGS) (Workshop)

In Deutschland leben ca. 80.000 gehörlose Menschen, die primär in Deutscher Gebärdensprache (DGS) kommunizieren. Die DGS ist eine eigenständige, vollwertige Sprache, die im Gegensatz zur Lautsprache (auditiv-verbal) völlig andere Modalitäten verwendet, da sie eine visuell-gestische Sprache ist. In diesem Schnupperkurs könnt Ihr Euch ein wenig an diese ganz andere Sprache herantasten und ausprobieren. Dazu gehören natürlich das Fingeralphabet, einzelne Gebärden und auch schon einige Sätze. Darüber hinaus werden auch erste Einblicke in die Kultur gehörloser Menschen gegeben. Ihr braucht für diesen Workshop insbesondere Eure Arme, Euren Oberkörper, das Gesicht (für die Mimik) und Eure Augen. Was Ihr nicht braucht, sind Eure Stimme und Eure Ohren, denn die benötigen wir zur Kommunikation in DGS nicht.

Mareike Winkler (geb. 1982) ist Diplom Gebärdensprachdolmetscherin. Sie hat Ihr Studium 2008 an der Universität Hamburg abgeschlossen und arbeitet seitdem als selbstständige Dolmetscherin. Parallel arbeitet sie an ihrer Promotion. Seit Beginn ihres Studiums bewegt sie sich beruflich und privat sowohl in der Welt hörender als auch der Welt gehörloser Menschen.

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"Die Gedanken sind frei" - künstlerische Freiheit in der Literatur (Vortrag)

Ausgehend von dem Volksliedtext, der auf Wurzeln aus der Antike zurück blicken kann, sollen die verschiedenen Aspekte von Freiheit in der Arbeit von Schriftstellern untersucht werden. Dabei dienen uns auch Beispiele aus der (Welt-)Literatur als Leitfaden. Zu nächst ist da der Gedanke - wie frei ist er eigentlich? Darüber sollen uns Wittgenstein, Lem und die Konkrete Poesie Auskunft geben. Welche Erkenntnisse kann die Gehirnforschung dazu beisteuern? Wie ist das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst? Die Arbeit der Schreibenden, vom Gedanken zum Werk. "An die Nachgeborenen" oder wer liest eigentlich was wir schreiben? Die Rolle der Medien. Selbstzensur und die Zwänge des Schreibens. Selbstzeugnisse von Schriftstellern z.B. von Stephen King. Wie die Lebensumstände die Gedankenfreiheit einschränken. Der Balanceakt zwischen Brotberuf, Leben und Schreiben. Die Gefahren des Veröffentlichens: Ruhm tötet und "Writers in Prison". Gedankenkontrolle in Orwells "1984". Wo bleibt das Positive? Schreiben kann für jedermann befreiend sein: Das "Freedom Writers" Projekt beschreibt wie "schwierige Jugendliche" über das Schreiben neue Perspektiven für ihr Leben gewinnen konnten.

Stefan Wladarsch, 1966 in Ingolstadt geboren, in der Kindheit als Legastheniker eingestuft und dabei HB getestet; Studium der physikalischen Technik an der FH München; Mitarbeit in der Chaosgruppe der TU-München (u.a. AK Philosophie; Mitarbeit bei einem Seminar über Nietzsche und Chaos); Seit der frühsten Jugend Kontakt zur Theaterarbeit (seit 2002 Jahren vor allem als Impro-Theaterspieler) und seit mehr als 25 Jahren schriftstellerisch tätig (u.a. mehrere veröffentlichte Kurzgeschichten, regelmäßige Lesungen von Poesie); Arbeitet im Brotberuf als Qualitätsmanager und "Teilzeitvater".

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